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Vergesslichkeit im Alter bedeutet nicht gleich Demenz!

12 Min.

Vergesslichkeit ist nicht unbedingt nur eine Sache des Alters. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben. Beispielsweise zählen auch Übermüdung, Stress oder Emotionen dazu. Hin und wieder etwas zu vergessen ist völlig normal. Dabei sind harmlose Gedächtnislücken nicht zwingend direkt der Beginn einer Demenz. Allerdings häufen sich kleine Gedächtnisschwächen mit den Jahren, denn das Gehirn altert mit. Vergesslichkeit im Alter gibt es durchaus, doch wer aktiv bleibt und das Gedächtnis trainiert, kann da gegensteuern, um geistig fit zu bleiben.

Bea Becher
Redakteurin Lifta GmbH

Was beeinflusst unser Gehirn?

Ich treffe einen Bekannten in der Innenstadt. Wie war noch gleich sein Name? Er möchte mir absolut nicht einfallen. So eine etwas peinliche Situation verunsichert uns alle – egal in welchem Alter. Dabei sind Gedächtnisschwierigkeiten zu einem bestimmten Grad völlig in Ordnung. Ein paar Aussetzer sind nicht besorgniserregend, wenn sie nur ab und zu auftreten. Alzheimer und Demenz gehören dagegen nicht zum normalen Alterungsprozess dazu. Unser Gedächtnis wandelt sich im Laufe unseres Lebens stetig. Schließlich lernen wir immer dazu, bauen neues Wissen in unseren Gedächtnisspeicher ein und überschreiben so unbewusst alte Informationen. Ein Gehirn merkt sich nicht alles. Das hat zur Folge, dass manche Informationen in den Hintergrund gedrängt werden und sich die Gedächtnisinhalte ständig ändern. Doch wieso funktioniert die Erinnerung manchmal nicht?

Die Umgebung und unsere Emotionen

Manchmal vergessen wir, was wir erledigen wollten, wie der Bekannte in der Stadt mit Namen heißt oder wo der Hausschlüssel liegt. Wenn die Erinnerung aussetzt, kann das verschiedene Ursachen haben. Unser Erinnerungsvermögen wird auch durch die Umgebung und unsere Gefühle beeinflusst. Was wir mit Emotionen verbinden, merken wir uns besser. Noch dazu erinnern wir uns an Namen von Bekannten schneller, wenn wir sie in der gewohnten Umgebung sehen. Beispielsweise hatte ich mit dem „namenlosen“ Bekannten zwei Jahre zuvor einen Sportkurs. Hätte ich ihn in der gewohnten Umgebung, der Sportstätte, getroffen, wäre mir der Name sicherlich eingefallen.

Übermüdung, Stress, Flüssigkeitsmangel: Diese Störquellen beeinflussen Vergesslichkeit im Alter

Abgesehen von der Umgebung und unseren Emotionen kann auch Stress, der Hauptauslöser für Konzentrationsprobleme, das Gedächtnis beeinträchtigen. Glücklicherweise lässt sich dieser mit unterschiedlichen Methoden aktiv reduzieren, sodass bald wieder Entspannung und Gelassenheit vorherrschen.

Für Müdigkeit sowie körperliche und seelische Erschöpfung gilt dies genauso. Diese Faktoren können zu demenzähnlichen Symptomen führen. Meist sind diese Störquellen nur über einen begrenzten Zeitraum eine Belastung. Vergesslichkeit im Alter wird außerdem durch zu wenig Schlaf begünstigt. Ein ungeeigneter Lattenrost, eine unruhige Schlafumgebung oder eine falsche Matratze sind oft die Ursache für schlechten Schlaf. Einige Tipps für einen besseren Schlaf helfen bei Schlafstörungen weiter. So ist ein vitales, ausgeschlafenes und erholtes Aufwachen nicht mehr nur ein Wunsch, sondern Realität. Bedeutend ist allerdings nicht nur die Schlafqualität, sondern auch die Schlafdauer. Das Schlafbedürfnis ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Für unseren Körper ist ausreichend Schlaf zur Regeneration lebenswichtig.

Seniorin trinkt stilles Wasser aus Glas

Das sagt der Experte:

Die unterschiedliche Schlafdauer ist zum Großteil genetisch bedingt. Ein untrügerisches Indiz dafür, dass man genügend geschlafen hat, ist das eigene Befinden am Tag: Wer sich tagsüber – mit Ausnahme eines kleinen Mittagstiefs - fit und erholt fühlt, hat genug geschlafen.

www.gesundheit.de - Kathrin Mehner

Der regelmäßige Griff zur Wasserflasche hilft der Erinnerung auf die Sprünge

Eine weitere Ursache für Erinnerungsprobleme kann ein Flüssigkeitsmangel sein. Zu oft wird das Wasser vergessen. Dabei kann langfristiger Flüssigkeitsmangel für Verwirrungszustände sorgen. Es gibt ein paar Tricks, die helfen können, eine ausreichende Menge an Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sie können beispielsweise Getränke gut sichtbar aufstellen und zwischen den Getränken variieren. Besonders gut eignen sich kalzium- und magnesiumreiches Wasser, Fruchtsaftschorlen sowie Früchte- und Kräutertees. In unserem Blogartikel zum Thema "Gesund Trinken im Alter" finden Sie mehr Informationen dazu, wie sie es schaffen, ausreichend zu trinken.

Erinnerungsschwächen können durch Medikamente und Krankheiten ausgelöst werden

Manche Krankheiten schwächen das Erinnerungsvermögen. Unter anderem kann das ein schlecht eingestellter Diabetes, Infektionen, Fieber, Depression oder Durchblutungsstörungen im Gehirn sein. Natürlich kommen auch Demenzerkrankungen wie Alzheimer infrage – aber das steht nicht zwingend als erste Möglichkeit fest, wenn man im Alter häufiger vergesslich ist.

Auch einige Medikamente trüben die Erinnerungen. Wenn Sie Medikamente nehmen sollten, dann lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten. Ein Medikamentenwechsel kann bereits Besserung bedeuten.

3 Wege zu einer besseren geistigen Fitness

Gedächtnisstörungen weisen als Symptom auf eine Demenz hin, können aber auch eine der oben genannten Ursachen haben.

Einen verheißungsvollen Weg zur Vorbeugung von Demenz-Erkrankungen zeigt die sogenannte FINGER-Studie (Finnish Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability) auf. Die FINGER-Studie konnte erstmals wissenschaftlich belegen, dass eine Mischung aus gesunder Ernährung sowie geistigem und körperlichem Training das Demenzrisiko senkt beziehungsweise sogar Demenzerkrankungen vorbeugt. Neben den genetischen Faktoren gibt es auch beeinflussbare Risikofaktoren für Gedächtnisstörungen, die sich aus ungesunder Ernährung, einem inaktiven Lebensstil, Übergewicht, erhöhtem Blutdruck und einem erhöhten Blutzuckerspiegel zusammensetzen.

So beugen Sie Gedächtnisschwächen vor

Durch eine gesunde Ernährung, sozialen Kontakte und Aktivitäten gepaart mit körperlicher Bewegung lassen sich Gedächtnisstörungen aktiv vorbeugen. Mit einfachen Methoden stärken Sie im Alltag ganz einfach Ihre Konzentration, Ihre Leistungsfähigkeit und Ihr Gedächtnis. Über unsere Sinnesorgane nehmen wir Informationen auf, die im Gehirn verarbeitet und abgespeichert werden. Wie lange diese Information gespeichert wird, hängt nicht von der Wichtigkeit ab, sondern wie die Information in unser Gehirn gelangt. Eine aktive Aufnahme der Information (beispielsweise das Nacherzählen) ist effektiver als das passive Hören. Wer selbst etwas ausprobiert, verknüpft mit der Information einen Ablauf der Geschehnisse, weshalb das Ergebnis im Gehirn fester verankert wird.

Eine ausgewogene, altersgerechte Ernährung spielt eine große Rolle

Sich auf einen Gedanken oder auf eine Tätigkeit zu konzentrieren bedeutet geistige Höchstleistung für Ihr Gehirn. Und diese kostet den Körper zusätzliche Energie. Der Basistrick für eine gute Konzentration ist gesundes und regelmäßiges Essen. Am besten ernähren Sie sich ausgewogen und fettarm. Beispielsweise ersetzen Sie Milch- und Fleischprodukte durch fettreduzierte Varianten. Denn fettreiches Essen kann nicht nur dick machen, es reduziert auch die mentale Leistungsfähigkeit. Zusätzlich sollten Sie nicht auf gute Eiweißquellen wie Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Hülsenfrüchte, Soja-Produkte oder Tofu und Kartoffeln verzichten. Wer ausreichend Eiweiß zu sich nimmt, beugt altersbedingtem Muskelschwund vor.Außerdem halten Proteine den Stoffwechsel in Gang und versorgt auch die Knochen und Bänder mit dem wichtigen Baustoff.

Älteres Paar bereitet gemeinsam Essen zu

Idealerweise besteht Ihr Essen aus reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Eine altersgerechte Ernährung sollte den Körper mit den nötigen Nährstoffen versorgen ohne zu belasten. Dabei sollten sich die Nährstoffe aus

  • 10 bis 20 % der Kalorien aus Proteinen,
  • 25 bis 35 % der Kalorien aus Fett
  • und 45 bis 55 % der Kalorien aus Kohlenhydraten zusammensetzen.

Das A und O für die geistige Leistungsfähigkeit sind hochwertige, komplexe Kohlenhydrate, wie sie z.B. in Vollkornbrot enthalten sind. Sie spalten sich langsam, kreisen im Blut umher und liefern die Glukose nach und nach in Körper und Gehirn.

Tipps zur Ernährungsumstellung erhalten Sie auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG).

Mit regelmäßigen Fitnessübungen das Gedächtnis ankurbeln

Seniorin macht Fitnessübungen auf Fitnessball

Gerade bei Inaktivität schaltet das Gehirn gerne auf Sparflammen-Modus. Durch regelmäßigen Sport im Alltag trainieren Sie Ihr Herz-Kreislauf-System, regen die Durchblutung Ihres Gehirns an und aktivieren beide Gehirnhälften. So verbessern Sie nicht nur Ihre Gesundheit, sondern steigern zusätzlich Ihr Konzentrationsvermögen. Die Vielfalt an Sportarten, die gerade von Senioren bevorzugt werden, ist groß. Nach wie vor liegen Radfahren, Yoga und Nordic Walking weit vorne auf der Beliebtheitsskala. Mittlerweile werden aber viele neue spannende Trendsportarten für Senioren angeboten.

Wer länger nicht mehr sportlich aktiv war, beginnt am besten mit einem gelenkschonenden Training, das die Muskulatur stärkt. Beispielsweise fördert Schwimmen die Muskeln und regt die Durchblutung an. Bei der Auswahl des Sports sollte in keinem Fall die Muskulatur vernachlässigt werden. Ganz besonders wichtig ist der Aufbau von Rücken- und Bauchmuskulatur. Denn auch Bauchmuskeln schützen vor Rückenschmerzen, da das Stützkorsett gekräftigt wird. Sie müssen nicht zwingend Gewichte heben, um Muskeln zu trainieren. Das gelingt auch mit Pilates oder Yoga gut.

Mentale Fitness: Das Gehirn mit neuen Aufgaben fördern und fordern

Damit wir geistig leistungsfähig bleiben, möchte unser Gehirn täglich neue Aufgaben bewältigen. Sonst wird es träge. Kreuzworträtsel oder andere Arten des Gehirnjoggings helfen zwar gegen Vergesslichkeit im Alter, aber dabei wird „nur“ vorhandenes Wissen abgefragt.

Senioren machen gemeinsam Puzzle

Der Gedächtnistrainer Oliver Geisselhart hält es für sehr viel effektiver, etwas Neues zu lernen. Denn das Hirn braucht neue Herausforderungen. So wird die Aktivität gefördert und neue Nervenzellen bilden sich. Um leistungsfähig zu bleiben, braucht das Hirn ständig neue Reize und Impulse. Das können Sie schon durch ein interessantes Hobby oder soziale Aktivitäten mit Freunden und Bekannten erreichen. Es muss aber nicht direkt ein Tanzkurs oder eine neue Fremdsprache sein, um die mentale Fitness zu stärken. Auch basteln, singen, lesen oder zeichnen eignen sich, das Gehirn auf Trapp zu halten.

So verbessern Sie spielend Ihre geistige Fitness

Das ist inzwischen den meisten bekannt: Gesellschaftsspiele tragen zur geistigen Fitness bei und reduzieren die Vergesslichkeit im Alter. Egal ob Kartenspiele (Skat, Rommé oder auch Poker), Schach oder MasterMind - Spieleabende liefern einen guten Aufhänger, um alte Freunde wiederzusehen. Vor allem für weniger mobile Menschen sind Spieletreffen nicht nur eine große Freude, sondern auch eine tolle Möglichkeit, sich persönlich auszutauschen. Und wenn man doch mal alleine spielen möchte? Immer mehr Menschen entdecken Videospiele für sich und können dort täglich neue Welten erkunden oder sogar Sport treiben. Unschlagbar dafür: Die Spielekonsole „Wii“ der Firma Nintendo, mit der Sie die Bewegung von Golf, Kegeln, Tennis und vielen anderen Sportarten ohne große Anstrengungen ausführen. Die „Wii“ findet sich nicht umsonst in immer mehr Seniorenhaushalten oder Seniorenheimen. Ein weiterer Tipp für neue Gedanken: Schlagen Sie auf dem Weg zum Einkauf einen anderen Weg als den gewohnten ein. Durch die Durchbrechung von Routinen wird das Gehirn permanent neu aktiviert. Auch kleine ungewohnte Beanspruchungen schulen die geistige Beweglichkeit und die Koordination. Wechseln Sie zum Beispiel beim Zähneputzen oder Haare kämmen einfach die Hand.
Weitere tolle Möglichkeiten geistig aktiv zu bleiben, zeigt dieser Beitrag des SWR: Mentale Fitness – Gehirnjogging im Alter.

Durch soziale Kontakte wird Ihr Erinnerungsvermögen besonders gefordert

Sobald Sie sich mit Ihrer Familie, Ihren Freunden und Bekannten angeregt unterhalten, trainieren Sie Ihr Gedächtnis durch diesen geistigen Austausch effektiv. Dialoge oder Gespräche mit mehreren Personen gehen meist zügig voran und erfordern Konzentration und eine besondere Agilität des Gehirns. Und dabei merken Sie gar nicht, wie Sie Ihre mentale Fitness fördern.

Wenn Sie gerne neue Kontakte knüpfen möchten, gibt es heute eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Dazu zählen:

  • Verbände und Vereine
  • Kurse
  • Gruppenreisen
  • Ehrenamt
  • Online-Netzwerke: Seniorentreff

Weniger Gedächtnislücken durch Sport, mentale Fitnessübungen und eine ausgewogene Ernährung

Körperliche Erkrankungen, seelische Belastungen sowie Stress wirken sich auch auf die mentale Leistungsfähigkeit aus – egal in welchem Alter. Bei einigen leichten Formen der Vergesslichkeit im Alter können Sie mit einer Fülle von Maßnahmen wie Gedächtnistraining, Sport, einer gesunden Ernährung und Lebensweise gut gegensteuern.

Wie halten Sie Ihr Gedächtnis fit?

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