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Arthrose: wenn Gelenke schmerzen – und was dagegen hilft

10 Min.

Arthrose gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates – besonders im höheren Lebensalter. Viele Menschen bemerken zunächst nur gelegentliche Schmerzen oder steife Gelenke. Mit der Zeit können sich diese Beschwerden jedoch verstärken und alltägliche Bewegungen erschweren. Tätigkeiten wie längeres Gehen, Aufstehen oder Treppensteigen werden dann zunehmend anstrengender.

Mit der richtigen Behandlung und einem aktiven Lebensstil lassen sich die Beschwerden bei Arthrose jedoch deutlich lindern und die Beweglichkeit lange erhalten.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Arthrose entsteht, welche Symptome typisch sind und welche Maßnahmen dabei helfen können, die Lebensqualität trotz Gelenkverschleiß zu erhalten.

Bettina Gruber
Lifta Magazin Autorin

Was ist Arthrose?

Eine Ärztin erklärt Arthrose anhand eines Kniemodells

Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der sich der schützende Knorpel im Gelenk nach und nach abbaut. Dieser Knorpel wirkt normalerweise wie eine Art Stoßdämpfer: Er sorgt dafür, dass sich die Knochen im Gelenk sanft und reibungslos gegeneinander bewegen können. Wird die Knorpelschicht jedoch dünner oder beschädigt, verlieren die Gelenke diesen natürlichen Schutz. Dadurch reiben die Knochen stärker aufeinander und es kommt zu Schmerzen, Entzündungen und eingeschränkter Beweglichkeit. Grundsätzlich kann Arthrose jedes Gelenk betreffen – am häufigsten jedoch stark belastete Bereiche wie Knie- oder Hüftgelenke.

Verwechslungsgefahr: Arthrose ist nicht gleich Arthritis

Die Begriffe Arthrose und Arthritis werden im Alltag häufig miteinander verwechselt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um zwei unterschiedliche Gelenkerkrankungen.

  • Bei Arthrose steht der mechanische Verschleiß im Vordergrund – der Knorpel nutzt sich nach und nach ab, bis die Knochen aufeinander reiben. Die Beschwerden treten meist schleichend auf und verstärken sich mit der Zeit.
  • Arthritis hingegen entsteht durch eine Entzündungsreaktion. Sie kann plötzlich auftreten, häufig begleitet von Schwellung, Rötung und Wärmegefühl im betroffenen Gelenk. Eine bekannte Form ist die rheumatoide Arthritis, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Gelenkgewebe angreift.

Beide Erkrankungen können ähnliche Symptome zeigen, doch ihre Ursachen und Behandlungsansätze sind unterschiedlich – deshalb ist eine genaue ärztliche Diagnose wichtig.

Ursachen: Wie entsteht Arthrose?

Arthrose entwickelt sich meist langsam über viele Jahre hinweg. Oft ist nicht nur ein einzelner Auslöser verantwortlich. Vielmehr entsteht Arthrose durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

  • Natürlicher Alterungsprozess: Mit zunehmendem Alter verliert der Gelenkknorpel an Elastizität und Regenerationsfähigkeit. Kleine Schäden können sich schlechter reparieren, sodass der Verschleiß im Laufe der Jahre zunimmt.
  • Übergewicht: Ein erhöhtes Körpergewicht belastet vor allem Gelenke wie Knie und Hüfte. Jedes zusätzliche Kilogramm erhöht den Druck auf die Gelenkflächen und kann den Knorpelabbau beschleunigen.
  • Fehl- & Überbelastungen: Einseitige Belastungen, etwa durch bestimmte berufliche Tätigkeiten oder Fehlstellungen der Beine, können einzelne Bereiche eines Gelenks dauerhaft stärker beanspruchen.
  • Frühere Verletzungen: Gelenkverletzungen wie Bänderrisse, Knochenbrüche oder Meniskusschäden können die Stabilität eines Gelenks beeinträchtigen und langfristig das Risiko für Arthrose erhöhen.
  • Bewegungsmangel: Regelmäßige Bewegung versorgt den Gelenkknorpel mit wichtigen Nährstoffen. Fehlt diese Bewegung über längere Zeit hinweg, baut sich die Knorpelstruktur schneller ab.
  • Genetische Veranlagung: Auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle. In manchen Familien tritt Arthrose häufiger auf, weil bestimmte Eigenschaften des Knorpelgewebes genetisch bedingt sind.

Symptome: wie sich Arthrose bemerkbar macht

Anfangs machen sich die Veränderungen oft nur durch ein leichtes Ziehen oder Steifheitsgefühl bemerkbar, etwa am Morgen oder nach längeren Ruhephasen. Mit der Zeit nehmen die Beschwerden zu, besonders bei Belastung.

Diese Anzeichen sind typisch bei einer Arthrose:

Eine Frau fasst sich aufgrund von Schmerzen an ihre Hand
  • Gelenkschmerzen bei Bewegung: Zu Beginn schmerzen die Gelenke vor allem bei Belastung – etwa beim Treppensteigen, Spazieren oder längeren Stehen.
  • Anlaufschmerz: Nach Ruhephasen, zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen, fühlen sich die Gelenke zunächst steif an. Nach einigen Schritten bessert sich das meist wieder.
  • Steifheit & eingeschränkte Beweglichkeit: Mit fortschreitender Arthrose wird das Beugen, Drehen oder Strecken des Gelenks zunehmend schwierig.
  • Knirschen oder Reiben im Gelenk: Viele Betroffene hören oder spüren ein leichtes „Knacken“ – ein Hinweis darauf, dass der Knorpel uneben geworden ist.
  • Schwellungen & Entzündungen: Entzündliche Reaktionen im Gelenk können zu Schwellungen, Wärmegefühl oder Rötung führen.
  • Gelenkschmerzen im Ruhezustand: In späteren Stadien treten die Schmerzen auch im Sitzen oder Liegen auf.

Wie wird Arthrose diagnostiziert?

Wenn Gelenkschmerzen über längere Zeit bestehen oder sich die Beweglichkeit deutlich verschlechtert, sollten Sie unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Die Diagnose von Arthrose erfolgt in mehreren Schritten:

Ein Arzt hält eine Röntgenaufnahme eines Knies neben das Bein eines Patienten
  1. Ärztliches Gespräch (Anamnese): Zu Beginn fragt die Ärztin oder der Arzt nach Art, Dauer und Häufigkeit der Schmerzen. Auch Vorerkrankungen, Verletzungen oder berufliche Belastungen spielen eine Rolle.
  2. Körperliche Untersuchung: Die Gelenke werden auf Beweglichkeit, Schwellungen oder Fehlstellungen geprüft. Dabei achtet die Ärztin oder der Arzt auch auf typische Knirsch- oder Reibegeräusche.
  3. Bildgebende Verfahren: Das wichtigste Hilfsmittel zur Diagnosestellung ist das Röntgenbild. Es zeigt, ob der Gelenkspalt verengt ist oder Knochenveränderungen vorliegen – ein klassisches Zeichen für Arthrose. Bei unklaren Fällen können auch MRT (Magnetresonanztomografie) und Ultraschall eingesetzt werden, um Knorpel und Weichteile genauer darzustellen und Flüssigkeitsansammlungen oder Entzündungen im Gelenk sichtbar zu machen.
  1. Laboruntersuchungen: Bluttests helfen dabei, andere Ursachen wie eine Arthritis oder Infektionen auszuschließen.

Erst die Kombination aller Befunde ermöglicht eine sichere Diagnose. So kann die Ärztin oder der Arzt den Grad der Arthrose einschätzen und geeignete Behandlungsschritte planen.

Arthrose behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?

Eine Physiotherapeutin führt bei einer Frau Beinübungen durch

Auch wenn Arthrose nicht vollständig heilbar ist, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten.

Welche Behandlungsmethode sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, welches Gelenk betroffen ist und wie weit die Arthrose fortgeschritten ist. Häufig wird eine Kombination verschiedener Maßnahmen eingesetzt.

Medikamentöse Behandlung

Bei stärkeren Beschwerden können schmerzlindernde oder entzündungshemmende Medikamente (z. B. in Form von Tabletten) helfen. Diese werden meist kurzfristig eingesetzt, um akute Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit zu verbessern. Auch entzündungshemmende Salben oder Gele können bei leichteren Beschwerden eine unterstützende Wirkung haben.

Physiotherapie & Bewegung

Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Walking ist ideal. Zusätzlich erhalten Übungen aus der Physiotherapie die Beweglichkeit, stärken die Muskulatur und verbessern die Durchblutung des Gelenks.

Physikalische Therapie

Wärme- oder Kälteanwendungen, Elektrotherapie und Ultraschallbehandlungen können Schmerzen lindern und die Heilung fördern. Welche Methode geeignet ist, hängt vom individuellen Beschwerdebild ab.

Hilfsmittel & Alltagserleichterungen

In manchen Fällen können orthopädische Hilfsmittel dabei helfen, die betroffenen Gelenke zu entlasten. Dazu gehören zum Beispiel, Bandagen und Orthesen, orthopädische Einlagen sowie Gehstützen oder Gehstöcke.

Operative Eingriffe

Erst wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind, kommt eine Operation infrage. Dazu zählen Gelenkspiegelungen, Umstellungsoperationen oder – bei fortgeschrittener Arthrose – der Einsatz eines künstlichen Gelenks (Endoprothese). In vielen Fällen lassen sich die Beschwerden jedoch bereits durch eine Kombination aus Bewegung, Therapie und gelenkschonendem Verhalten verbessern.

Aktiv bleiben trotz Arthrose – was Sie selbst tun können

Neben medizinischen Behandlungen können auch kleine Veränderungen im Alltag viel dazu beitragen, die Gelenke zu entlasten und Schmerzen zu reduzieren.

Die folgenden Tipps helfen dabei, Ihre Gelenke im Alltag zu schonen.

In Bewegung bleiben

Ein älteres Ehepaar bei einer gemeinsamen Fahrradtour

Tägliche Bewegung hält die Gelenke geschmeidig. Ideal sind sanfte Aktivitäten wie Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen oder Gymnastik. Achten Sie dabei darauf, die Belastung langsam zu steigern und sich nicht zu überanstrengen.


Pausen einplanen

Bewegung ist wichtig, aber gönnen Sie sich auch regelmäßig Pausen. Kurze Ruhephasen zwischendurch verhindern Überlastung und helfen, Kraft zu tanken.

Bewegungen bewusst & gelenkschonend ausführen

Versuchen Sie, Bewegungen ruhig und kontrolliert auszuführen und vermeiden Sie ruckartige oder plötzliche Drehungen der Gelenke. Wenn Sie sich bücken oder etwas vom Boden aufheben, kann es helfen, in die Knie zu gehen und so den Rücken und die Hüfte zu entlasten.

Wärme & Kälte gezielt einsetzen

Viele Betroffene empfinden Wärme als wohltuend, besonders bei steifen Gelenken am Morgen. Bei akuten Entzündungen oder Schwellungen kann hingegen Kälte helfen, Schmerzen zu lindern.

Auf das Körpergewicht achten

Vor allem bei Übergewicht werden Knie- und Hüftgelenke stark belastet. Bereits ein kleiner Gewichtsverlust kann helfen, den Druck auf die Gelenke zu verringern und die Beweglichkeit zu verbessern.

Ernährung umstellen

Bei Arthrose ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Fisch und gesunden Fetten (z. B. Oliven- oder Leinöl) empfehlenswert. Stark verarbeitete Lebensmittel und zuckerreiche Produkte sollten Sie eher nur in Maßen konsumieren.

Wohnumfeld anpassen

Bei stärkeren Einschränkungen im Alltag – etwa beim Treppensteigen – können Treppenlifte oder andere wohnliche Anpassungen wie stabile Handläufe mehr Sicherheit und Selbstständigkeit bieten.

Lifta Treppenlift – zuhause mobil bleiben

Bei Arthrose kann das Treppensteigen schnell
zur täglichen Herausforderung werden.
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Arthrose ist kein Stillstand – so bleiben Sie beweglich

Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen im höheren Alter und kann Schmerzen verursachen sowie die Beweglichkeit beeinträchtigen. Dennoch bedeutet eine Arthrose-Diagnose nicht, dass Sie Ihren Alltag stark einschränken müssen.

Neben konservativen Behandlungsmethoden wie Physiotherapie helfen bereits kleine Veränderungen im Alltag dabei, Überbelastungen zu vermeiden und die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten – sei es durch gelenkschonende Bewegungseinheiten oder eine angepasste Ernährung. Wichtig ist vor allem, auf die Signale Ihres Körpers zu hören und frühzeitig aktiv zu werden. So können Sie Ihre Gelenke unterstützen und weiterhin möglichst selbstständig und beweglich bleiben.

Leiden Sie selbst unter Arthrose oder haben Sie Erfahrungen mit Gelenkbeschwerden im Alltag gemacht? Teilen Sie Ihre Tipps gerne in den Kommentaren – vielleicht helfen Sie so anderen Leserinnen und Lesern weiter.

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