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KI in der Pflege: Wie künstliche Intelligenz unterstützen kann

8 Min.

Künstliche Intelligenz hält nach und nach Einzug in den Pflegealltag. Sie kann Pflegekräfte bei der Dokumentation entlasten, Angehörige auf Auffälligkeiten hinweisen und pflegebedürftigen Menschen mehr Sicherheit im eigenen Zuhause geben.

Dabei geht es nicht darum, menschliche Pflege durch Technik zu ersetzen. KI soll Menschen unterstützen, Zeit für persönliche Zuwendung schaffen und dabei helfen, Veränderungen früher zu erkennen. Wir zeigen Ihnen, wo KI in der Pflege bereits eingesetzt wird, welche Chancen sie bietet und wo ihre Grenzen liegen.

Georg Schenk
Lifta Magazin Autor

Das Wichtigste zu KI in der Pflege

  • Künstliche Intelligenz kann in der Pflege Aufgaben wie Dokumentation und Datenanalyse erleichtern.
  • KI-Systeme geben erste Hinweise auf Stürze und auffällige Gesundheitswerte. Dadurch können Pflegekräfte und Angehörige früher auf Veränderungen reagieren.
  • Pflegebedürftige profitieren von schnellerer Hilfe und mehr Selbstständigkeit.
  • KI-Ergebnisse sollten Sie allerdings nur als Hinweise und nicht als sichere Diagnose werten.
  • Menschliche Nähe und fachliche Entscheidungen bleiben weiterhin unverzichtbar.

Was ist künstliche Intelligenz in der Pflege?

Künstliche Intelligenz, kurz KI, bezeichnet technische Systeme, die Informationen auswerten und darin bestimmte Muster erkennen. In der Pflege kann eine KI zum Beispiel gesprochene Notizen in einen schriftlichen Bericht umwandeln, Messwerte vergleichen oder auf ungewöhnliche Veränderungen hinweisen.

Doch nicht jede digitale Pflegeanwendung nutzt automatisch künstliche Intelligenz. Eine gewöhnliche Pflegesoftware speichert lediglich einen Bericht. Ein KI-gestütztes System wertet die Daten zusätzlich aus und leitet daraus Hinweise oder Vorschläge ab.

Ein einfaches Beispiel: Ein Bewegungssensor stellt fest, dass eine Person auf dem Boden liegt. Die KI vergleicht die erfassten Bewegungen mit typischen Mustern und erkennt möglicherweise einen Sturz. Daraufhin kann das System eine Kontaktperson oder einen Pflegedienst benachrichtigen.

Welche Vorteile und Chancen bietet KI in der Pflege?

Künstliche Intelligenz kann dort unterstützen, wo im Pflegealltag viele Informationen zusammenkommen und Aufgaben regelmäßig wiederkehren. So bleibt im besten Fall mehr Zeit für das, was gute Pflege ausmacht: persönliche Zuwendung, Gespräche und ein aufmerksames Miteinander.

Wie kann KI Pflegekräfte entlasten?

Eine junge Ärztin sitzt in einem Krankenhaus-Büro und schaut sich etwas auf einem Tablet an

KI kann Pflegekräfte bei zeitaufwendigen Routineaufgaben entlasten und dadurch Freiräume für die persönliche Betreuung schaffen. Sie unterstützt beispielsweise dabei, gesprochene Notizen in Texte umzuwandeln, Einträge übersichtlich zu ordnen oder auf auffällige Entwicklungen hinzuweisen.

Die Entscheidung bleibt jedoch immer bei der Pflegekraft. Sie kennt den Menschen, seine Gewohnheiten und seine persönliche Situation und kann am besten einschätzen, ob ein Hinweis tatsächlich wichtig ist. Den Fachkräftemangel kann KI daher nicht lösen.  

Wie profitieren pflegende Angehörige von KI?

Eine junge Frau umarmt eine Seniorin von der Seite und lächelt sie an

KI-gestützte Systeme können zum Beispiel ungewöhnliche Bewegungen oder Veränderungen im Tagesablauf erkennen und Angehörige darüber informieren.

Solche Hinweise können beruhigen und dabei helfen, bei Bedarf schneller zu reagieren. Sie ersetzen jedoch nicht den persönlichen Kontakt und bieten keine vollständige Sicherheit. Deshalb sollten Sie Warnmeldungen eher als zusätzliche Unterstützung verstehen.

Was haben pflegebedürftige Menschen von Künstlicher Intelligenz?

Für pflegebedürftige Menschen kann KI den Alltag an verschiedenen Stellen erleichtern. Sprachgesteuerte Hilfen können beispielsweise das Licht bedienen, an Termine oder Medikamente erinnern und bei Auffälligkeiten Unterstützung anfordern.

Entscheidend ist allerdings, dass die Technik zur Person passt. Sie sollte Selbstständigkeit ermöglichen, ohne zu bevormunden, und Sicherheit geben, ohne das Gefühl ständiger Überwachung zu erzeugen. Pflegebedürftige Menschen sollten deshalb immer selbst mitentscheiden können, welche Unterstützung sie nutzen möchten.

Treppenlift: Entlastung im Pflegealltag

Nicht nur digitale Lösungen können den Pflegealltag erleichtern. Auch ein Treppenlift schafft spürbare Entlastung: Pflegebedürftige Menschen überwinden Treppen wieder sicher
und selbstständig, während Angehörige bei täglichen Wegen im Haus weniger unterstützen müssen. Informieren Sie sich jetzt über
passende Treppenlift-Lösungen für Ihr Zuhause.

Wo wird KI in der Altenpflege bereits eingesetzt?

Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Pflegedokumentation bis hin zu Assistenzrobotern. Manche Anwendungen werden bereits im Alltag genutzt, andere befinden sich noch in der Erprobung oder sind bisher nur in einzelnen Pflegeeinrichtungen zu finden.

Die folgende Übersicht zeigt typische Einsatzbereiche:

Einsatzbereich

Beispiele

Möglicher Nutzen

Dokumentation

Spracherkennung, Zusammenfassungen und Sortierung von Pflegeberichten

weniger Schreib- und Suchaufwand

Gesundheitsüberwachung

Auswertung von Vitalwerten, Schlaf- oder Bewegungsdaten

Auffälligkeiten früher erkennen

Entscheidungsunterstützung

Risikohinweise und Vorschläge für die Pflegeplanung

Informationen leichter einordnen

Kommunikation und Alltagshilfen

Erinnerung an Mahlzeiten, Termine und Medikamente, Sprachassistenten für Alltagsaufgaben

mehr Selbstständigkeit und Ent-
lastung im Alltag

Sturzerkennung

Analyse von Bewegungen oder Raumdaten

Hilfe automatisch anfordern

Robotik

Transporthilfen, Assistenzroboter

körperliche Entlastung

Dienstplanung in Pflegeeinrichtungen

Optimierung von Schichtplänen

Unterstützung der Leitung bei komplexer Planung

Wie zuverlässig sind KI-Systeme in der Pflege?

Eine allgemeingültige Zuverlässigkeitsquote gibt es nicht. Die Ergebnisse hängen unter anderem von der verwendeten Technik, der Umgebung, den erfassten Daten und den individuellen Bewegungsabläufen ab.

Ein KI-System bietet keine vollständige Sicherheit und sollte deshalb nur als zusätzliches Warn- und Hilfsmittel betrachtet werden. Die pflegerische oder medizinische Einschätzung bleibt Aufgabe von Fachkräften.

Beispiel 1: Wie zuverlässig ist die KI bei der Sturzerkennung?

Bei der automatischen Sturzerkennung werten KI-gestützte Systeme Bewegungen aus und erkennen, ob eine Person möglicherweise gestürzt ist. Je nach System kommen tragbare Sensoren, Bodensensoren oder Kameratechnik zum Einsatz. Erkennt das System einen möglichen Sturz, kann es automatisch Hilfe rufen. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn die betroffene Person einen Hausnotruf nicht mehr selbst auslösen kann.

Ganz fehlerfrei arbeitet die Technik jedoch nicht. Manchmal wird eine schnelle oder ungewohnte Bewegung als Sturz gewertet. Umgekehrt kann ein tatsächlicher Sturz unentdeckt bleiben.

Beispiel 2: Wie gut funktioniert KI bei der Auswertung von Gesundheitsdaten?

Ein Arzt misst während der Sprechstunde den Blutdruck am Arm einer Patientin und notiert sich die Werte

Sensoren und Messgeräte erfassen zum Beispiel Puls, Blutdruck oder Bewegungsaktivität. Die KI kann Veränderungen erkennen und darauf aufmerksam machen.

Solche Hinweise sind hilfreich, müssen aber richtig eingeordnet werden. Ein verrutschtes Gerät, eine fehlerhafte Messung oder fehlende Daten können das Ergebnis beeinflussen. Außerdem erkennt die KI zwar eine Abweichung, weiß aber nicht automatisch, wodurch sie verursacht wurde. Auffällige Werte sollten deshalb immer fachlich geprüft werden.

KI in der Pflege: Wo liegen die Grenzen und Risiken?

Da die Qualität einer KI wesentlich von den Daten abhängt, mit denen sie entwickelt wurde, können unvollständige oder einseitige Daten zu falschen Ergebnissen führen. Außerdem versteht sie eine Situation nicht so umfassend wie ein Mensch und kennt weder persönliche Bedürfnisse noch Stimmungen oder Gewohnheiten vollständig.

Weitere mögliche Risiken sind:

  • Fehlalarme oder nicht erkannte Gefahren
  • schwer nachvollziehbare Empfehlungen
  • Benachteiligung bestimmter Personengruppen
  • zu großes Vertrauen in die Technik
  • zusätzlicher Schulungs- und Kontrollaufwand
  • technische Ausfälle oder fehlende Internetverbindung
  • Verlust von Privatsphäre durch dauerhafte Datenerfassung

Entscheidend ist deshalb, dass KI nachvollziehbar bleibt und sich an den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Person orientiert. Sie sollte Menschen entlasten und ihnen mehr Sicherheit geben – nicht neue Unsicherheit oder Abhängigkeit schaffen.

KI und Pflegeroboter: Ersatz für menschliche Nähe?

Ein Pflegeroboter hält einer Seniorin eine Spritze hin

KI und Pflegeroboter können Menschen unterstützen, aber persönliche Nähe nicht ersetzen. Technische Systeme erinnern zum Beispiel an Termine und Medikamente. Assistenzroboter transportieren Gegenstände und können Pflegekräfte bei körperlich anstrengenden Aufgaben entlasten. Soziale Roboter regen zur Beschäftigung, Bewegung oder Kommunikation an.

Sie können jedoch nicht wirklich mitfühlen, Vertrauen aufbauen oder eine vertraute Person ersetzen. Gerade in der Pflege sind Gespräche, Berührungen und persönliche Aufmerksamkeit besonders wichtig – genauso wie Würde, Selbstbestimmung und persönliche Grenzen.

Vor dem Einsatz sollten Sie deshalb klären:

  • Hat die pflegebedürftige Person freiwillig zugestimmt?
  • Versteht sie, dass sie mit einem technischen System interagiert?
  • Kann sie die Nutzung jederzeit ablehnen oder beenden?
  • Bleiben Privatsphäre und persönliche Gewohnheiten geschützt?
  • Können Pflegekräfte und Angehörige die Empfehlungen und Hinweise des Systems prüfen?
  • Ist geklärt, wer bei Fehlern die Verantwortung trägt?

KI in der Pflege: Datenschutz und Datensicherheit

KI-Systeme können sehr persönliche Informationen erfassen – etwa Gesundheitswerte, Bewegungen oder Gewohnheiten im Alltag. Pflegebedürftige Menschen sollten deshalb genau wissen, welche Informationen gesammelt werden, wofür das geschieht und wer darauf zugreifen kann. Gesundheitsdaten stehen nach der Datenschutz-Grundverordnung unter besonderem Schutz.

Achten Sie bei der Auswahl und Nutzung eines KI-Systems auf folgende Punkte:

  • Es werden nur Daten erfasst, die für die jeweilige Aufgabe wirklich notwendig sind.
  • Die Funktionsweise und der Zweck der Datenerhebung werden verständlich erklärt.
  • Nur berechtigte Personen können auf die Daten zugreifen.
  • Die Informationen werden sicher gespeichert und verschlüsselt übertragen.
  • Es ist festgelegt, wann die Daten gelöscht werden.
  • Die pflegebedürftige Person kann die Nutzung ablehnen oder ihre Einwilligung widerrufen.
  • Geräte und Programme erhalten regelmäßig Sicherheitsupdates.

Für bestimmte KI-Systeme, die medizinischen Zwecken dienen, gelten zusätzlich strengere europäische Anforderungen. Dazu gehören unter anderem verständliche Informationen, eine Kontrolle durch Menschen und Maßnahmen zur Verringerung möglicher Risiken.

KI in der Pflege: häufige Fragen

Ist jedes digitale Pflegehilfsmittel künstliche Intelligenz?

Nein. Viele digitale Hilfsmittel speichern oder übermitteln lediglich Informationen. Von künstlicher Intelligenz ist meist dann die Rede, wenn ein System Daten auswertet, Muster erkennt oder daraus Hinweise und Vorschläge ableitet.

Was passiert mit KI-Pflegesystemen bei einem Strom- oder Internetausfall?

Das hängt vom jeweiligen System ab. Manche Geräte arbeiten vorübergehend mit einem Akku weiter, andere verlieren einzelne Funktionen. Klären Sie deshalb vorab, wie das System bei einem Ausfall reagiert und welche andere Möglichkeit besteht, Hilfe zu rufen.

Brauche ich für KI-Anwendungen technische Vorkenntnisse?

Gute Systeme sollten möglichst einfach und verständlich zu bedienen sein. Eine ausführliche Einweisung hilft dabei, Funktionen, Warnmeldungen und Grenzen richtig einzuschätzen. Auch Angehörige sollten wissen, wie das System funktioniert.

Kann KI auch für die Pflege zuhause eingesetzt werden?

Ja. KI-gestützte Systeme können zum Beispiel Bewegungen erfassen, an Termine erinnern oder bei einem möglichen Sturz Hilfe verständigen. Vor der Nutzung sollten Sie jedoch immer prüfen, ob die Technik zur Wohnsituation und zu den persönlichen Bedürfnissen passt.

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