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Schutz gegen Einbrecher: Tipps für ein sicheres Zuhause

7 Min.

Das eigene Heim ist ein Ort des Auftankens, der Ruhe und der Sicherheit. Hier können Sie Sie selbst sein, hier lagern Sie ihre privatesten Dinge. Doch oft genug ist die Rückkehr in die gewohnte Umgebung ein greller Schock: Denn viele werden das Opfer eines Einbruchs! Nur, wie können Sie sich als Eigenheim-Besitzer oder Mieter schützen und was müssen Einbruchsopfer wirklich bedenken?

Bea Becher
Redakteurin Lifta GmbH

Einbruchstatistik 2015

Bundesweit gab es bis 2015 einen erneuten Anstieg der gesamten Einbrüche von bis zu ca. 170.000 Fällen. Das sind fast 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit den 90er Jahren gab es keine ähnlich hohen Zahlen mehr.

Die Polizei von Nordrhein-Westfalen ist nur halb zufrieden, wenn es um die neuesten Entwicklungen im Bereich Wohnungseinbruch geht. Die Zahlen der Einbrüche sind seit 2007 zwar leicht gesunken, Entwarnung kann sie allerdings nicht geben. Mit knapp 63.000 Delikten im Jahr 2015 ist die Statistik immer noch sehr hoch. Die Anzahl der Versuche stieg mit einem Prozent auf 71.300 und macht 43,7 Prozent der Delikte aus. In über 40 Prozent der Fälle scheiterten die Einbruchsversuche, was laut Polizei NRW noch zu wenig sei. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen (62.362) liegt mit Niedersachsen (16.575) und Baden-Württemberg (12.255) auf den ersten drei Plätzen der häufigsten Wohnungseinbruchdiebstähle. Berlin (11.815), Hessen (11.595) und Hamburg (9.006) sind ebenfalls Spitzenreiter der Anzahl für Einbrüche.

Polizei setzt auf Prävention und Repression

Daher arbeiten die Landespolizeien und selbst das Bundeskriminalamt mit einer Doppelstrategie aus Prävention und Repression, die Bürgerinnen und Bürger schützen soll. Im Klartext heißt das: Die Ordnungsorgane verhüten Straftaten und beschränken sich nicht allein auf deren Verfolgung. Prävention kann auf der Seite der potenziellen Täter (verbesserte Erziehung, Vermeidung von erneuter Strafanfälligkeit) geschehen, aber eben auch bei den Opfern.

Nur, wie sollen Bürgerinnen und Bürger sich besser schützen und der Polizei mithin helfen?

Einbrüchen vorbeugen mit dreifachem Schutz

Überwachungskameras als Schutz gegen Einbrecher

Die Vorbeugung gegen mögliche Einbrüche besteht aus dem Dreiklang a) Wohnung sichern, b) aufmerksam sein und c) die Polizei rufen bei verdächtigen Vorgängen – über die Nummer 110. Dass Sie ihre Wohnung oder das Haus schützen können, zeigt eine weitere, interessante Zahl. Denn Einbrecher beenden ihre dunklen Geschäfte zu fast 40 %, weil die technischen Sicherungen an Fenstern und Türen für sie unüberwindbar sind. Und gleichzeitig können Sie als Bürgerinnen und Bürger durch sicherheitsbewusstes Handeln Ihren Einbruchsschutz immer weiter verbessern.

Die besten Sicherungsmethoden vor Einbrüchen

Die Schwachstellen eines Hauses oder der Wohnung sind die Eingangstüren, Balkon- und Terrassentüren, Kellerzugänge und natürlich die Fenster. Wenn Sie hier geprüfte Sicherheitstechnik verbauen und – wichtig – auch zum Einsatz bringen, ist das viel Wert. Das Aufbrechen von gut gesicherten Türen und Fenstern ist zeitaufwendig für den Einbrecher und mit Lärm verbunden. Kein Dieb kann so etwas gebrauchen. Einige Markenhersteller bieten hochwertige Sicherungssysteme zum Nachrüsten ein, beispielsweise ein sogenanntes Stangenschloss für Terrassentüren, abschließbare Fenstergriffe, eine Fensterkippsicherung oder eine Sicherheitsfolie, die vor dem Einschlagen einer Fensterscheibe schützt und verhältnismäßig günstig nachträglich anzubringen ist.

Schließen Sie Ihre Wohnung zudem immer ab, anstatt sie nur ins Schloss zuziehen – selbst wenn Sie nicht lange fort sind. Die Eingangstür von Mehrfamilienhäusern sollte auch tagsüber verschlossen sein. Prüfen Sie vor dem Öffnen der Tür, wer in das Haus will. Das können Sie zum Beispiel mit einem Blick aus dem Fenster oder mit einem Blick durch den Türspion tun. Erlauben Sie nur Ihnen bekannten Personen den Eintritt oder solchen, die zum Haus gehören.

Einbruchsicherheit rund ums Haus

Lassen Sie bei Türen mit Glasfüllung keine Schlüssel von innen stecken. Und verstecken Sie keine Schlüssel draußen. Einbrecher kennen sich mit diesen Verstecken rund um Häuser sehr gut aus. Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, tauschen Sie unverzügliche das Schloss aus. Und verschließen Sie – auch bei kurzer Abwesenheit – Fenster, Balkon- und Terrassentüren.

Für Einbrecher sind gekippte Fenster im Grunde offene Fenster. Das Ganze gilt auch für Fenster und Balkontüren in oberen Stockwerken. Diebe können echte Kletterkünstler sein. Sie verwenden als Kletterhilfen Dinge wie Gartenmöbel, Kisten und Rankgerüste. Rolläden sollten Sie zudem nur nachts herunterlassen.

Tagsüber kann der Eindruck entstehen, dass Sie nicht zuhause seien. Verschließen Sie auch die Türen von Kellern und Dachböden und sichern Kellerlichtschächte und Kellerfenster mit gut verankerten Gitterrosten.
Besonders wichtig: Eine gute Beleuchtung. Helle Hauseingänge und ein gut erleuchtetes Haus, auch von der Rückseite, nimmt Dieben den Schutz der Dunkelheit.

Im Urlaub das eigene Haus vor Einbruch schützen

Wichtig ist ebenso der Einbruchsschutz, wenn Sie in den Urlaub fahren. Zum einen können Sie Ihre Wohnung oder das Haus von einer vertrauten Person bewohnen lassen oder bewohnt erscheinen lassen: Dazu sollte der Briefkasten regelmäßig geleert sein und der Haussitter sollte Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung und sogar Radio und Fernsehen betätigen. Verzichten Sie auf Mitteilungen über Ihre Abwesenheit auf dem Anrufbeantworter oder in sozialen Netzwerken wie Facebook. Informieren sollten Sie vertrauensvolle Nachbarn über den Einsatz von Zeitschaltuhren für Beleuchtung und ähnliches.

Alarmanlage: Als Ergänzung können Einbruchmeldeanlagen dienen

Alarmanlage an Haus als Schutz gegen Einbrecher

Die Polizei selbst nimmt Alarmanlagen erst als Zusatz in ihre Empfehlungsliste für die Sicherung des Eigenheims auf. Und in der Tat vermitteln Einbruchmeldeanlagen oft eine trügerische Sicherheit. Speziell Systeme zum Selbsteinbau sind – laut Stiftung Warentest – kaum empfehlenswert. Trotzdem stellen hochwertige und vom Profi installierte Alarmanlagen oder Bewegungsmelder natürlich eine zusätzliche Unterstützung dar, speziell, wenn Einbrecher bereits ins Haus gelangt sind. Viele Anlagen informieren einen Sicherheitsdienst über einen externen Alarm, der die Täter verscheuchen oder dingfest machen kann. Priorität trotzdem: Sichern Sie ihr Haus so, dass ein Eindringen unmöglich gemacht wird. Auch auf ihren Hund als Alarmanlage sollten Sie sich übrigens nicht zu sehr verlassen, außer er ist auf entsprechendes Anschlagen gedrillt und wirkt einschüchternd auf potentielle Täter.

Hilfreich nach Einbruch: Eine Liste der Wertgegenstände

Sie sollten Wertsachen nie offen zu Hause herum liegen lassen. Markieren Sie Ihre Wertsachen beispielweise durch Gravuren. Besonders wichtige Wertgegenstände, die Sie im Alltag nicht benötigen, bewahren Sie am besten in einem Schließfach bei Ihrem Geldinstitut auf. Darüberhinaus lohnt sich die Dokumentation Ihres Besitzes: Fertigen Sie dazu vorbeugend eine Liste der Wertgegenstände an und fotografieren besonders schwer beschreibbare Gegenstände. Eine solche Zusammenstellung kann im Falle eines Einbruchs eine große Hilfe sein, für die ermittelnden Beamten und für das Versicherungsunternehmen.

Einbruchsversicherung im Schadensfall

Wenn Sie nicht fahrlässig gehandelt haben, und Ihr Schlüssel infolge dieses Verhaltens entwendet werden konnte, gilt der Vorfall als Einbruchdiebstahl. In der Regel erhalten Sie als Versicherter so viel Geld, dass Sie einen gleichwertigen Gegenstand zum Wiederbeschaffungspreis (Achtung: nicht unbedingt der Kaufpreis) erwerben können. Reparaturkosten werden meist für beschädigtes Inventar, als auch für beschädigte Fenster und Türen übernommen. Eine Hausratversicherung ist demnach sehr empfehlenswert, denn sie deckt den kompletten Hausrat von Möbeln über Kleidung bis zu Elektrogeräten ab. Als Einbruchsopfer haben Sie allerdings auch Pflichten. Ist ein Einbruchsdiebstahl passiert, müssen Sie diesen als Geschädigter unverzüglich der Polizei und Ihrer Versicherung melden. Sperren Sie sofort Scheck- und Kreditkarten und fertigen Sie umgehend (wenn Sie es nicht bereits vorbeugend getan haben) eine Liste der gestohlenen Gegenstände an.

Wenn Sie sich persönlich informieren möchten, raten wir Ihnen: Kontaktieren Sie ruhig Ihre Landesverbraucher-Zentrale und die örtlichen Präventionsstellen der Polizei unter www.polizei-beratung.de.

Wir wünschen Ihnen eine gute und sichere Zeit.

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