Hilfsmittel für gehbehinderte Senioren: sicher mobil bleiben
Bei einer Gehbehinderung bieten Hilfsmittel wie Gehstöcke und Rollatoren die ideale Unterstützung für Senioren. Sie geben Halt, erleichtern Wege und unterstützen ältere Menschen dabei, länger selbstständig in ihrem Zuhause zu leben. Dabei bieten sich je nach Mobilitätseinschränkung und Einsatzort unterschiedliche Hilfsmittel an.
In unserem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Mobilitätshilfen es für gehbehinderte Senioren gibt, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und welche Möglichkeiten zur Kostenübernahme bestehen.
Hilfsmittel für gehbehinderte Senioren – das Wichtigste auf einen Blick
- Hilfsmittel wie Gehstöcke und Rollstühle können bei Gehbehinderung mehr Sicherheit geben und dabei helfen, den Alltag selbstständig zu gestalten.
- Das passende Hilfsmittel hängt vom Grad Ihrer Einschränkung ab: Bei leichter Gangunsicherheit hilft ein Gehstock, bei stärkerer Unsicherheit bietet ein Rollator mehr Stabilität. Bei starker Gehbehinderung kommen Mobilitätshilfen wie Rollstühle
- Wenn Treppen zur Barriere werden, sind Liftlösungen wie Treppenlifte, Plattformlifte oder Hublifte Sie helfen dabei, Etagen und Höhenunterschiede sicher zu überwinden.
- Achten Sie darauf, dass Höhe, Griffe und Bedienung zu Ihrer Körpergröße, Kraft und Beweglichkeit passen.
- Bei medizinischer Notwendigkeit ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich.
- Eine fachliche Beratung schützt vor Fehlkäufen: Arztpraxen, Physiotherapie oder Sanitätshäuser unterstützen Sie bei der Auswahl und Einweisung.
Welche Hilfsmittel gibt es für Senioren mit Gehbehinderung?
Die Auswahl an Hilfsmitteln bei Gangunsicherheit ist groß. Welches Produkt das richtige ist, hängt stark vom Grad Ihrer Einschränkung und dem primären Einsatzort ab. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Begleiter für drinnen und draußen.
Gehstock
Ein Gehstock ist ideal, wenn Sie grundsätzlich noch sicher auf den Beinen sind, aber etwas mehr Stabilität benötigen – zum Beispiel bei leichten Gleichgewichtsproblemen oder nachlassender Kraft in den Beinen. Er ist schnell zur Hand, lässt sich gut mitnehmen und unterstützt Sie auf kurzen Wegen. Achten Sie dabei vor allem auf die richtige Höhe: Der Griff sollte bei aufrechtem Stand ungefähr auf Handgelenkshöhe liegen.
Moderne Gehstöcke bestehen oft aus leichtem Aluminium und sind über ein Klicksystem höhenverstellbar. Sogenannte Mehrfuß-Gehstöcke mit drei oder vier Standbeinen sorgen für noch mehr Stabilität.
Rollator
Für viele ältere Menschen ist der Rollator eine der wichtigsten Hilfen bei Gangunsicherheit. Er gibt Halt und entlastet auf längeren Strecken. Modelle mit Sitzfläche bieten die Möglichkeit, unterwegs eine Pause einzulegen. Für die Wohnung eignen sich schmale, wendige Rollatoren. Für draußen sind größere Räder, stabile Bremsen und ein Korb praktisch. Achten Sie darauf, dass die Griffe auf die richtige Höhe eingestellt sind und Sie die Bremsen sicher bedienen können.
Treppenlift
Ein Treppenlift fährt entlang einer Schiene und befördert Sie je nach Modell als Sitz- oder Plattformlösung von Etage zu Etage. Er ist besonders sinnvoll, wenn das Gehen auf ebener Fläche noch möglich ist, Treppensteigen aber Schmerzen, Unsicherheit oder Sturzangst auslöst.
Treppenlifte gibt es für gerade und kurvige Treppen. Je nach Modell lassen sich Sitz, Armlehnen, Fußstütze, Bedienelemente und Sicherheitsfunktionen anpassen. Da jede Treppe anders ist, sollte die Wohnsituation immer persönlich geprüft werden.
Treppen sicher überwinden – mit Lifta
Wenn jede Stufe zur Belastung wird, kann ein Treppenlift helfen, alle Etagen Ihres Zuhauses weiterhin selbstständig zu nutzen.
Wir beraten Sie persönlich zu passenden Lösungen für Ihre Treppe und Ihren Bedarf.
Rollstuhl
Ein Rollstuhl ist sinnvoll, wenn das Gehen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. Er kann vorübergehend genutzt werden, etwa nach einer Operation, oder dauerhaft im Alltag unterstützen. Wichtig sind eine passende Sitzbreite, Sitzhöhe, Fußstützen und Rückenstütze. Wenn die Kraft in Armen oder Händen eingeschränkt ist, kann ein elektrischer Rollstuhl mit Joystick-Bedienung eine Alternative sein.
Rollstuhllift
Rollstuhllifte helfen dabei, Höhenunterschiede zu überwinden, ohne den Rollstuhl verlassen zu müssen. Dabei gibt es vor allem zwei Lösungen: Plattformlifte und Hublifte. Welche Variante passt, hängt mitunter davon ab, wie groß der Höhenunterschied ist. Ein Plattformlift fährt auf einer Schiene entlang der Treppe und kann ganze Etagen problemlos überwinden. Ein Hublift bewegt sich wie eine Hebebühne senkrecht nach oben und unten und ist für kleinere Höhenunterschiede gedacht, zum Beispiel an Eingangsstufen oder Terrassen.
Unsere Liftlösungen für Rollstühle
Mit einem Rollstuhllift überwinden Sie Stufen, Hauseingänge oder ganze Etagen problemlos. Entdecken Sie unsere Plattform- und Hublifte für den Innen- und Außenbereich.
Unterarmgehstützen
Unterarmgehstützen kommen zum Einsatz, wenn ein Bein entlastet werden muss, etwa nach einer Operation, bei Verletzungen oder Schmerzen in Knie und Hüfte. Dabei müssen die Stützen korrekt eingestellt sein, um Schultern, Arme und Handgelenke zu entlasten. Lassen Sie sich am besten von ausgebildeten Fachkräften zeigen, wie Sie die Unterarmgehstützen richtig einsetzen.
Elektromobil
Ein Elektromobil eignet sich vor allem für Menschen, die noch sicher sitzen und lenken können, aber längere Strecken zu Fuß nicht mehr schaffen – zum Beispiel zum Einkaufen oder für den Arztbesuch.
Prüfen Sie vor der Anschaffung, ob Sie einen geeigneten Abstellplatz und eine Lademöglichkeit für ein Elektromobil haben.
Aufstehhilfen
Aufstehhilfen unterstützen Senioren dabei, leichter aus dem Bett, vom Sessel, vom Stuhl oder von der Toilette aufzustehen. Sie sind somit eine ideale Ergänzung als Hilfsmittel bei Gehbehinderung.
Dabei gibt es verschiedene Varianten wie stabile Haltegriffe, Bettaufrichter, Sitzerhöhungen oder Toilettensitzerhöhungen mit Armlehnen.
Welches Hilfsmittel ist das richtige für mich?
Das passende Hilfsmittel hängt davon ab, wie sicher Sie gehen können, wobei Sie Unterstützung brauchen und wo Sie das Hilfsmittel hauptsächlich einsetzen möchten.
Die folgende Übersicht hilft Ihnen bei der ersten Orientierung:
Mobilitätsgrad/Bedürfnis |
Geeignetes Hilfsmittel |
Hauptvorteil |
Einsatzort |
|---|---|---|---|
Leichte Gangunsicherheit, kurze Wege sind noch gut möglich |
Gehstock |
Gibt zusätzlichen Halt und lässt sich einfach mitnehmen |
Wohnung, Garten, kurze Wege draußen |
Unsicherheit beim Gehen, längere Wege fallen schwer |
Rollator |
Bietet stabilen Halt, ideal für Pausen und den Transport von kleinen Einkäufen |
Wohnung, Gehwege, Einkauf, Arztbesuche |
Treppensteigen ist schmerzhaft, unsicher oder nicht mehr möglich |
Treppenlift |
Ermöglicht das sichere Überwinden von Treppen im Sitzen |
Treppen im Innen- oder Außenbereich |
Gehen ist nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich |
Rollstuhl, manuell oder elektrisch |
Erhält Mobilität, wenn die Gehfähigkeit stark eingeschränkt ist |
Wohnung, Außenbereich, Ausflüge |
Treppen oder Höhenunterschiede mit Rollstuhl überwinden, ohne umzusteigen |
Rollstuhllift, Plattformlift oder Hublift |
Transportiert Personen mitsamt Rollstuhl sicher über Stufen, Podeste oder ganze Etagen |
Innen- und Außentreppen, Hauseingang, Terrasse |
Ein Bein soll entlastet werden, etwa nach einer Operation, Verletzung oder bei Schmerzen |
Unterarmgehstützen |
Entlasten gezielt Bein, Fuß, Knie oder Hüfte |
Wohnung, Außenbereich, vorübergehend auch auf Treppen |
Längere Strecken draußen sind zu anstrengend |
Elektromobil |
Größerer Bewegungsradius, ohne starke körperliche Belastung |
Außenbereich, Einkauf, Arztbesuche, Freizeitwege |
Aufstehen fällt schwer |
Aufstehhilfe |
Erleichtert den sicheren Übergang vom Sitzen ins Stehen |
Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad |
Lassen Sie sich bei der Auswahl fachlich begleiten – zum Beispiel in der Arztpraxis, Physiotherapie, im Sanitätshaus oder durch spezialisierte Anbieter. So stellen Sie sicher, dass das Hilfsmittel wirklich zu Ihnen und Ihrer Situation passt.
Wie finde ich die passende Gehhilfe?
7 Auswahlkriterien
Der Kauf einer Gehhilfe sollte niemals übereilt oder rein nach Optik und Preis getätigt werden. Fehlkäufe führen im schlimmsten Fall dazu, dass das Hilfsmittel ungenutzt in der Ecke steht oder sogar die Sturzgefahr erhöht.
Achten Sie daher auf folgende Kriterien:
- Sicherheit und Stabilität: Die Gehhilfe sollte Ihnen festen Halt geben und nicht wackeln, kippen oder wegrutschen. Rutschfeste Gummikappen, stabile Räder und gut bedienbare Bremsen sind besonders wichtig.
- Richtige Höhe: Gehstock, Unterarmgehstützen und Rollator müssen zu Ihrer Körpergröße passen. Sind die Griffe zu hoch oder zu niedrig eingestellt, können Schultern, Rücken oder Hände überlastet werden.
- Einsatzort: Überlegen Sie, wo Sie die Gehhilfe hauptsächlich nutzen möchten. Für die Wohnung sind leichte, schmale und wendige Modelle sinnvoll. Für draußen brauchen Sie mehr Stabilität und größere Räder.
- Einfache Handhabung: Bremsen, Griffe und Verriegelungen sollten sich ohne Mühe oder großen Kraftaufwand bedienen lassen.
- Alltagstauglichkeit: Türen, Flure, Bad, Küche und Hauseingang sollten mit der Gehhilfe weiterhin gut erreichbar sein. Bei einem Rollator oder Rollstuhl ist genügend Platz zum Wenden wichtig.
- Gewicht und Transport: Wenn Sie die Gehhilfe häufig im Auto mitnehmen oder über kleine Schwellen heben müssen, sind leichte Modelle, beispielsweise aus Aluminium, praktisch.
- Anpassungsmöglichkeiten: Je nach Hilfsmittel erleichtern höhenverstellbare Griffe, ergonomische Handauflagen, passende Fußstützen oder Körbe die Nutzung.
Was kosten Gehhilfen und wer übernimmt die Kosten?
Die Kosten hängen stark vom Hilfsmittel ab. Einfache Gehstöcke sind deutlich günstiger als Rollstühle, Elektromobile oder fest eingebaute Liftlösungen.
Die gesetzliche Krankenkasse kann die Kosten für ein Hilfsmittel übernehmen, wenn es medizinisch notwendig ist. Dazu gehören zum Beispiel Gehhilfen, Rollatoren oder Rollstühle. In der Regel benötigen Sie dafür eine ärztliche Verordnung. Die Krankenkasse prüft anschließend, ob das Hilfsmittel erforderlich ist und zur sogenannten wirtschaftlichen Versorgung passt.
Wichtig zu wissen: Meist wird nur ein zweckmäßiges Standardmodell übernommen, nicht aber ein besonders komfortables Wunschmodell. Fragen Sie deshalb vor der Entscheidung genau nach, welche Kosten übernommen werden und welche Mehrkosten Sie selbst tragen müssen.
Finanzielle Unterstützung für Treppenlifte
Ein Treppenlift zählt zwar nicht zu den klassischen Gehhilfen wie Gehstock oder Rollator, kann aber in bestimmten Fällen ebenfalls gefördert werden. Unsere Experten beraten Sie gerne zu möglichen Treppenlift-Zuschüssen.
Häufige Fragen: Hilfsmittel für gehbehinderte Senioren
Die Krankenkasse übernimmt Hilfsmittel in vielen Fällen, wenn sie medizinisch notwendig sind und ärztlich verordnet wurden. Dazu zählen zum Beispiel Gehstöcke, Unterarmgehstützen, Rollatoren oder Rollstühle. Häufig werden nur die Kosten für ein Standardmodell erstattet. Bei besonderen Ausstattungen oder Wunschmodellen können Mehrkosten entstehen.
Das hängt davon ab, wobei Sie Unterstützung brauchen. Bei leichter Gangunsicherheit kann ein Gehstock ausreichen. Wenn ein Bein entlastet werden muss, können Unterarmgehstützen sinnvoll sein. Bei stark eingeschränkter Gehfähigkeit kommt ein Rollstuhl oder Elektromobil infrage.
Ein Gehstock ist besser geeignet, wenn Sie grundsätzlich noch sicher gehen können und nur etwas zusätzlichen Halt brauchen. Ein Rollator bietet mehr Stabilität und ist sinnvoll, wenn Sie längere Wege gehen, sich häufiger abstützen oder unterwegs Pausen einlegen möchten.
Für die meisten medizinischen Hilfsmittel brauchen Sie keinen Pflegegrad. Ein Rollator oder Rollstuhl kann bei medizinischer Notwendigkeit auch über die Krankenkasse verordnet werden. Ein Pflegegrad wird vor allem dann wichtig, wenn es um Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen geht – zum Beispiel bei Anpassungen in Ihrem Zuhause oder einem möglichen Zuschuss zum Treppenlift.
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