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Kohle und Kapital – Geld anlegen im Alter

12 Min.

Geld anlegen im Alter macht Sinn, denn die Zinsentscheidungen machen Sparern schon seit Jahren keinen Spaß mehr. Es scheint schon zur Routine geworden zu sein, dass die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank von den Sparern ignoriert wird. Man könnte auch den Eindruck gewinnen, dass Sparbuchbesitzer lieber den Kopf in den Sand stecken, als sich vom geliebten Sparbuch zu trennen.

Denn anders ist das rekordverdächtige Vermögen von 2,5 Billionen Euro auf deutschen Sparbüchern nicht zu erklären. Und das bedeutet in der Regel einen Verlust von 1,5 % bis 2 %, denn die jährliche Inflation vergessen die treuen Sparer gleich mit, wenn sie ihren Kontostand schauen. Zum Glück gibt es schon lange für Jeden Alternativen, die sicher sind und sich langfristig lohnen. Man muss sich nur vom Sparbuch als einziger Option, Vermögen aufzubauen, verabschieden. Also bitte sagen Sie jetzt Ihrem Sparbuch leise Servus und lernen Sie, wie Sie selbst jenseits der 50 ein kleines Vermögen aufbauen können.

Bea Becher
Redakteurin Lifta GmbH

Langfristig Vermögen aufbauen ist keine Frage des Alters

Die hohe Lebenserwartung macht die Börse und damit die Chance auf höhere Renditen auch für ältere Menschen attraktiv. Allerdings gibt es für Geld anlegen im Alter keinen generellen Königsweg oder den Geheimtipp. Und gerade weil es dies nicht gibt, muss man ehrlich mit seiner finanziellen und individuellen Lebenssituation im Alter bzw. Ruhestand umgehen. Mit einer genauen Auflistung der Vermögenssituation lässt sich einfach überschlagen, wie viel Börse man sich auch noch mit 66 Jahren leisten kann. Dabei sollte man als angehender Anleger immer im Hinterkopf haben, dass das Sparbuch nun mal keine nennenswerte Rendite mehr bringt. Dennoch lohnt sich das Geld anlegen im Alter.

Mehr Lebenszeit, mehr Rendite: Geld anlegen im Alter

Verschiedene Münzen

Wer heute in Rente geht, hat im Durchschnitt noch eine Lebenszeit von 20 Jahren. Im Vergleich mit Rentnern, die in den 60er-Jahren in ihren verdienten Ruhestand gingen, sind das etwa doppelt so viele Jahre. Dank der längeren Lebenserwartung können Sparer jenseits des Rentenalters mit einem Einstieg an der Börse liebäugeln. Denn sie können mit einem entsprechend langen Anlagehorizont planen. Mit der Anlagedauer steigt an der Börse die Gewinnchance, weil auch mal schlechtere Börsenjahre abgewartet werden können. Diese langfristige Perspektive sollte Rentnern und angehenden Ruheständlern die Entscheidung einfach machen. Und so den Einstieg in den Aktienmarkt ernsthaft angehen.

Diese Börsenbegriffe sollten Sie kennen

Wertpapierdepot

Ein Wertpapierdepot oder kurz Depot ist für den Handel an der Börse notwendig. Es ist praktisch das Gegenstück zu einem Konto. In einem Depot werden Ihre Wertpapiere verwaltet und bei einem Kreditinstitut aufbewahrt. Auch online lassen sich Wertpapierdepots bequem einrichten und bequem per App und Smartphone verwalten.

Tipp: Viele Online-Banken bieten oft günstige und zum Teil kostenlose Wertpapierdepots an. Hier lohnt sich ein Vergleich. Die Stiftung Warentest führt regelmäßig die günstigsten Anbieter auf.

Aktien

Wenn Sie eine Aktie kaufen, erwerben Sie damit einen Teil eines an der Börse gehandelten Unternehmens, einer Aktiengesellschaft. Als Mitinhaber des Unternehmens sind Sie an dem Börsenwert beteiligt. Zusätzlich können Sie an der Wertentwicklung über Ausschüttungen, die sogenannte Dividende, profitieren.

Fonds

Ein Investmentfonds oder auch kurz Fonds investiert das Geld seiner Anleger in viele Anlagenformen. Bei einem reinen Aktienfonds können dies die unterschiedlichsten Aktien sein. Ein Fonds setzt auf verschiedene Anlagen und hat eine bessere Diversifikation und damit ein geringeres Gesamtrisiko als einzelne Aktien. Der große Vorteil besteht in der besseren Risikostreuung. Allerdings sind mit dieser Sicherheit auch Kosten verbunden: Das Geld der Anleger wird durch Fondsmanager verwaltet, die das Kapital entsprechend der Fondsvorgaben an der Börse für die Anleger investieren.

Diversifikation

Mit dem Merkspruch „Nie alle Eier in einen Korb legen.“ lässt sich das Prinzip der Diversifikation sehr gut beschreiben. Bleiben wir mal bei diesem Bild: Fällt der Korb einmal hin, können alle Eier im Korb kaputtgehen. Übertragen auf die Börse heißt das im Umkehrschluss, dass man sein Gesamtrisiko dadurch verkleinert, indem man auf verschiedene Anlagen setzt. Oder anders gesagt: Nie alles auf eine Karte setzen.

ETF

Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Funds. Das sind Fonds, die auch von Privatanlegern direkt an der Börse gehandelt werden können. Diese speziellen Fonds sind so zusammengesetzt, dass sie die Wertentwicklung eines bestimmten Index möglichst genau nachbilden. Dieser Index kann zum Beispiel der DAX, der Dow Jones oder der MSCI World sein, der die Entwicklung von ca. 1600 Unternehmen weltweit berücksichtigt. Die Kauf- und Verwaltungsgebühren von ETFs sind in der Regel günstiger als die von klassischen Fonds. Daher erfreuen sich ETFs bei vielen Privatanlegern immer größerer Beliebtheit.

Aktienindex

Ein Aktienindex fasst die Entwicklung einer Vielzahl von Aktien zusammen, die an der Börse gehandelt werden. Die jeweilige Kurve spiegelt den Verlauf innerhalb eines bestimmten Zeitraums wider. So lassen sich Charts für einen Tag, einen Monat oder auch über mehrere Jahre wiedergeben.

DAX

Der DAX, der deutsche Aktienindex, zeigt die Wertentwicklung der 30 größten börsennotierten Unternehmen. Daher ist es möglich, dass Unternehmen in den DAX aufsteigen und aber auch aus ihm absteigen können.

DOW JONES

Der DOW JONES ist das nordamerikanische Pendant zum DAX. Analog zum DAX wird im DOW JONES die Kursentwicklung der 30 bedeutendsten und größten US-Unternehmen festgehalten. Daher finden sich dort Unternehmen wie Coca-Cola, Nike, Microsoft, Disney, Apple und ExxonMobil.

MSCI World

Der MSCI World-Index berücksichtigt Aktien und damit Unternehmen aus der ganzen Welt. Mit über 1600 Unternehmen weltweit entspricht er rund 85 Prozent der Börsen in den Industrieländern. Der MSCI World-Index lässt sich auch nach Branchen aufteilen. Am stärksten ist im MCSI World-Index die Informationstechnologie mit 17,37 Prozent vertreten, danach folgen Finanzdienstleistungen mit 15,70 Prozent und das Gesundheitswesen mit einem Anteil von 13,01 Prozent. Legt man sein Geld in den MSCI World-Index an, hat man automatisch eine hohe Diversifikation seiner Anlage erreicht: Man investiert in unterschiedliche Länder und Branchen.

Anlagehorizont

An der Börse wird oft zwischen einem kurz-, mittel- und langfristigem Anlagehorizont unterschieden. Danach wird auch oft die Anlagestrategie ausgerichtet. Denn je länger der Anlagehorizont ist, desto risikoreicher kann eine Anlageform sein. Langfristig gesehen – und damit ist ein Anlagehorizont von fünf und mehr Jahren gemeint – hat sich eine Geldanlage an der Börse in der Regel ausgezahlt.

Sparplan

Mit einem Sparplan können Anleger schon mit kleinen monatlichen Raten ihr Geld an der Börse investieren. Wer derart regelmäßig investiert, kann mittel- und langfristig Vermögen aufbauen. Sparpläne gibt es für die verschiedenste Anlageformen. Auch ohne großes Startkapital ist ein Einstieg in die Börse möglich. Sparer profitieren neben relativ kleinen Sparraten zusätzlich vom Durchschnittskosten-Effekt, im Fachjargon unter Cost-Average-Effekt bekannt. Anleger müssen sich um den besten Einstiegszeitpunkt keine Gedanken machen: Mit der Zeit nähern sich die Preise, zu denen die Wertpapiere gekauft wurden, einem Durchschnitt an.

Megatrends

Der Begriff Megatrends wird gerne von Zukunftsforschern verwendet, wenn sie Entwicklungen beschreiben, die tiefgreifende Veränderungen zur Folge haben. Beispiele dafür sind die Digitalisierung, der demografische Wandel, die weltweite Urbanisierung und die damit verbundenen langfristigen Entwicklungen. Damit sind Herausforderungen verbunden, denen sich Gesellschaften und Unternehmen stellen müssen. Für Anleger bedeutet das, dass sie mit Megatrends in Firmen investieren können, die von diesen Entwicklungen profitieren werden. Dazu gehören zum Beispiel Zukunftstechnologien wie Robotik, Künstliche Intelligenz, Elektromobilität, Umweltschutz oder auch Medizintechnik, um nur einige zu nennen.

Wie viel Börse ist im Alter sinnvoll?

Älteres Paar in Gespräch mit Finanzberater

Das perfekte Aktiendepot zum Geld anlegen im Alter, das für jeden gleich gut ist, gibt es nicht. Die Frage wie viel Vermögen man an der Börse bereit ist zu investieren, muss jeder Anleger für sich selbst und seinen finanziellen Möglichkeiten entsprechend beantworten.

Man sollte sich gut selbst einschätzen können, damit fallende Börsenkurse nicht zu schlaflosen Nächten und der Versuchung führen, gleich wieder alles zu verkaufen. Die Börse schwankt nun mal, und das ständige Auf und Ab können Anleger auch gewinnbringend nutzen.

Wer auch im Alter langfristig planen kann, der sollte mindestens ein Drittel seines Vermögens an der Börse parken. Letztendlich hängt jede Anlageentscheidung vom Einzelnen und der individuellen Risikoeinschätzung ab. Im Allgemeinen gilt, dass eine höhere Aktienquote langfristig – darunter versteht man an der Börse einen Anlagehorizont von 10 bis 15 Jahre – auch mehr Rendite bzw. Gewinn bringt.

Die richtige Balance zwischen Risiko und Renditechancen

Für diesen Fall gibt es für vorsichtig handelnde Anleger eine Faustformel, die eine Aktienquote nach dem Lebensalter vorschlägt. Aber auch diese ist wegen der gestiegenen und weiter steigenden Lebenserwartung mit einer gesunden Portion Skepsis zu betrachten. Denn nach dieser Formel soll die Aktienquote bei der Vermögensanlage dem Wert 100 minus dem Lebensalter des Anlegers entsprechen.

Was bedeutet das konkret? Nehmen wir an Sie gehen mit 63 Jahren in Rente. Dann ergibt die Rechnung 100 minus 63 Ihre Aktienquote. In diesem Beispiel wären das nach Adam Riese 37 Prozent. Diesen Anteil Ihres Vermögens sollten Sie in einem Alter von 63 Jahren in Aktien investieren. Mit 70 Jahren sollten Sie nach dieser Formel den Aktienanteil von 30 Prozent haben. Wenn Sie den Aktienanteil so verringern, kann das natürlich auch die Entwicklung Ihrer Rendite beeinflussen. Selbstverständlich haben Sie dadurch aber auch mehr Sicherheit. Für welche Aktienquote Sie sich beim Geldanlegen im Alter entscheiden, hängt aber ganz von Ihnen ab und vielleicht auch davon, wie alt bzw. jung Sie sich fühlen.

Warum nicht gleich 1637 Aktien auf einen Schlag kaufen?

Bilanz der Börse

Wem die Recherche und die Auswahl von aussichtsreichen Aktien zu zeitaufwändig und zu einseitig ist, der findet in gut diversifizierten ETFs interessante und vor allen Dingen kostengünstige Alternativen. Mit börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs, investieren Anleger gleich in eine Vielzahl von Unternehmen. Und wenn sie wollen, können sie praktisch die ganze Welt ins Depot aufnehmen. Mit einem ETF auf den MSCI World-Index setzen Anleger auf die Entwicklung von 1637 börsennotierten Unternehmen (Stand zum 31.12.2019) aus den weltweit wichtigsten Industrienationen. Zusätzlich bildet dieser Index die unterschiedlichsten Branchen ab, wodurch Anleger mit einem ETF schon ein breite Streuung erreichen.

Steigende Tendenzen

Der MSCI World-Index stieg in den vergangenen fünf Jahren laut der Stiftung Warentest Finanztest um durchschnittlich 11 Prozent pro Jahr. Wem das noch nicht genug ist und wer mehr Sicherheit ins Depot nehmen möchte, kann sich an ETFs orientieren, die den Fokus auf dividendenstarke Unternehmen legen. Das wäre zum Beispiel ein ETF, der sich an dem FTSE All-World High Dividend Yield Index orientiert. So ein ETF investiert zusätzlich in rund 1300 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, die eine möglichst hohe Dividende ausweisen.

Staatsanleihen als Puffer für magere Börsenjahre

Um gegen das Auf und Ab an der Börse einen Risikopuffer einzubauen, empfiehlt nicht nur die Stiftung Warentest in ihrem Pantoffelportfolio neben Aktien auch festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- und Unternehmensanleihen ins Depot aufzunehmen. Dadurch lässt sich die Geldanlage weiter diversifizieren und Privatanleger können ihren Ruhestand noch besser genießen. Denn diese beiden Anlageklassen – Aktien und Anleihen – sind in ihrer Entwicklung oft gegenläufig. Steigt die eine, fällt die andere und umgekehrt.

Anleger vermindern durch die Kombination von Anleihen und Aktien die Schwankungsbreite ihre Gesamtportfolios auf ein Minimum. Genauso wie bei Aktien oder ETFs empfiehlt sich für Anleihen auf eine gute Streuung sprich Diversifikation zu achten. Das erreicht man beim Geld anlegen im Alter, in dem man in verschiedene Anleihen-ETFs investiert, die dem eigenen Risikoempfinden entsprechen. Denn der Grundsatz, dass mehr Rendite mit mehr Risiko einhergeht, gilt auch für die als sicher geltenden Staats- und Unternehmensanleihen.

Risikohinweise zum Geld anlegen im Alter

Dieser Blogbeitrag erspart Ihnen nicht, sich gründlich zu informieren, bevor Sie Ihr Geld anlegen. Investieren Sie in Ihr Wissen über Finanzdinge. Es lohnt sich. Schauen Sie sich online um, gerne bei der Stiftung Warentest oder auch bei einem seriösen Verbraucherratgeber wie Finanztip.de. Oder Sie machen einen Termin bei Ihrer Bank und fragen Ihren Bankberater, um wie viel günstiger passive Indexfonds bzw. ETFs im Vergleich zu aktiv gemanagten Investmentfonds sind. Mit dieser Zahl können Sie einschätzen, wie unabhängig seine Beratung ist: 0,4 %. Das ist der Anteil, der in Deutschland zugelassenen Fonds, die es in den letzten zehn Jahren geschafft haben, besser abzuschneiden als der zugehörige Vergleichsindex.

Oder anders ausgedrückt: Von 4.731 Fonds waren nur 19 besser. Das sollte Anregung genug sein, sich einmal mit ETFs als Anlagemöglichkeit auseinanderzusetzen. Ob als Sparplan oder Einmalanlage – das bleibt Ihnen überlassen. Zum Schluss noch eine Bemerkung in eigener Sache: Bei einer Geldanlage an der Börse gibt es neben Chance auch Risiken, die zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die hier erwähnten Aktien, Fonds oder ETFs stellen keine Kaufempfehlung dar.

Wie gehen Sie mit der Geldanlage im Alter um? Vertrauen Sie noch auf das Sparbuch? Oder setzen Sie auf unterschiedliche Anlageformen? Berichten Sie uns mit einem Kommentar über Ihre Erfahrungen mit Banken, Beratung und Börse. Herzlichen Dank.

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