Dr. Marion Steinbach

Fahrsicherheitstraining – kein Luxus auch für erfahrene Fahrer

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01.10.2012 0

Fahrsicherheitstraining - Bild 3 (© Deutscher Verkehrssicherheitsrat)

© Deutscher Verkehrssicherheitsrat

Fahrsicherheitstraining? Brauche ich nicht! Ich fahre seit über 40 Jahren Auto. Was soll ich da bei einem Training den noch lernen? Eine ganze Menge. Gerade vor dem nächsten Schnee und Eis gibt Ihnen ein solches Training zusätzliche Sicherheit. Und spannend ist es obendrein.

Viele gute Gründe fürs Training

Gewiss – Ihr Auto hat viele tolle Sicherheitspakete: ABS, einen automatischen Abstandswarner oder ein Notbremssystem. Dennoch: Es hängt enorm viel von Ihren Fähigkeiten ab. In gefährlichen Situationen bleiben Ihnen nur Sekundenbruchteile, um richtig zu reagieren und Unfälle zu vermeiden oder negative Folgen zu verringern. Diese notwendige Reaktion kann Ihnen auch der technische Fortschritt nicht abnehmen.

Das können Sie lernen

Was Sie als Autofahrer lernen können, ist, sich so auf Gefahren einzustellen, dass Sie diese rechtzeitig erkennen und in der Lage sind, sie zu vermeiden. Denn Unfällen im Straßenverkehr gehen in der Regel schwierige und unübersichtliche Situationen voraus, erklärt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Zwar glaubt manch einer, man müsse solche brenzligen Situationen so trainieren, dass sie beherrschbar sind. Dabei wird aber schnell vergessen, dass der Spielraum bei der Bewältigung von Gefahrensituationen sehr gering ist. Die menschliche Reaktionsfähigkeit sowie die Fahrphysik setzen enge Grenzen. Diese können trotz modernster Fahrzeugtechnik nicht ohne Folgen überschritten werden.

Es geht also beim Fahrsicherheitstraining nicht darum, die Fahrfertigkeit zu trainieren, um brenzlige Situationen zu bewältigen. Vielmehr sollen Sie lernen, Gefahrensituationen schon im Vorfeld rechtzeitig zu erkennen.

Das können Sie üben

In den Fahrsicherheitstrainings gewinnen Sie von der optimalen Blickführung bis zum gekonnten Bremsen wertvolles Know-how für den Verkehrsalltag. Sie lernen:

  • Notbremsmanöver aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten und auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen
  • Ausweichmanöver als mögliche Alternative
  • Kombination von Brems- und Ausweichmanövern
  • Gefahrenpotenziale in Kurven
  • Kurvengeschwindigkeiten richtig beurteilen
  • Fliehkräfte erleben und einschätzen
  • das eigene Fahrzeug in den Grenzbereichen „Über- und Untersteuern“ erleben
  • Abfangen eines ins Schleudern geratenen Fahrzeugs
  • Vermittlung von fahrphysikalischen Komponenten
  • Technisches Hintergrundwissen, zum Beispiel über ABS, ESP und andere Fahrdynamikhilfen
  • Wahrnehmungspsychologische Grundlagen

Dank speziell präparierter Gleitflächen ist es auf vielen Übungsgeländen auch möglich, winterliche Straßenverhältnisse zu simulieren und auch ohne Eis und Schnee das angemessene Verhalten zu üben.

Die inhaltlichen Schwerpunkte werden den Bedürfnissen und Anforderungen der Teilnehmer individuell angepasst. Wer schon einmal dabei war, kann einen weiterführenden Kurs besuchen, um seine Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen.

Der Ablauf und die Voraussetzungen

Der Kurs dauert in der Regel acht Stunden. Da ist erst einmal genügend Zeit, sich in Ruhe kennenzulernen. Man kann sich über persönliche Erfahrungen austauschen und die Themenschwerpunkte für den Tag gemeinsam festlegen.

Statt um „graue Theorie“ geht es vor allem um die Fahrpraxis. Die Übungen werden einzeln gefahren und nach jedem Durchgang mit dem Trainer besprochen. Bei ausgewählten Fahrdemos haben Sie meist die Gelegenheit, an der Seite des Trainers komplexe Fahrmanöver hautnah mitzuerleben. Alle Übungen folgen der Devise „vom Leichten zum Schweren und vom Langsamen zum Schnellen“. Ihr Trainer geht dabei auch auf die ganz speziellen Eigenheiten Ihres Fahrzeugs ein und gibt praktische Tipps für den gezielten Umgang mit Ihrem Fahrzeugtyp. Jeder Teilnehmer wird behutsam an die Aufgaben herangeführt und fährt unter Beachtung der Geschwindigkeitsvorgaben des Trainers stets nur so schnell, wie er sich persönlich wohlfühlt. Eine Überforderung ist somit von vornherein ausgeschlossen.

Training mit dem eigenen Wagen

Ob Kleinwagen, Limousine oder Van: Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem eigenen Fahrzeug kommen. Denn jedes Modell reagiert etwas anders. Deshalb hat der Kurs nur dann wirklich Sinn, wenn Sie mit dem Auto trainieren, das Sie auch anschließend immer wieder fahren. Grundsätzlich brauchen Sie sich um Ihr Fahrzeug keine Sorgen zu machen. Die Fahrmanöver sind so konzipiert, dass der Verschleiß auf ein Minimum reduziert wird. So wird zum Beispiel die Fahrbahn permanent bewässert, so dass der Abrieb Ihrer Reifen kaum messbar ist.

Hier können Sie ein Training buchen

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat hat auf seiner Website sämtliche Informationen rund um die DVR-Sicherheitstrainings und –programme aufgeführt. Wenn Sie Ihre Postleitzahl eingeben, erhalten Sie Informationenüber den nächstgelegenen Trainingsplatz.

 

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