Dr. Marion Steinbach

Brauchen wir einen TÜV für Senioren?

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24.08.2012 0

Rückspiegel einstellen - © Deutscher Verkehrssicherheitsrat (© Deutscher Verkehrssicherheitsrat)

© Deutscher Verkehrssicherheitsrat

Immer, wenn ein älterer Autofahrer einen schweren Unfall verursacht hat, geht die Diskussion um einen TÜV für Senioren los. Beruhigend für alle Älteren: Das Bundesverkehrsministerium hat derzeit keine entsprechenden Pläne. Das ist auch deshalb eine gute Nachricht, weil gerade für die Älteren ja das Auto Mobilität und Selbstständigkeit bedeutet. Damit Sie beim nächsten Mal gut gerüstet sind, wenn jemand das Thema Senioren-TÜV anspricht, haben wir ein paar Fakten zusammengetragen.

Die Statistik

Die Daten zu den Verkehrsunfällen Älterer sind interpretationsfähig. In absoluten Zahlen ist ihre Unfallbeteiligung geringer. Das liegt aber auch an der geringeren Fahrleistung. Außerdem muss man die Gruppe der Älteren nochmals sehr genau differenzieren: Erst bei PKW-Fahrern über 70 steigt das Risiko, einen Verkehrsunfall zu verursachen, allmählich an. Im Gegenzug fahren die meisten Älteren vorsichtiger: Sie sind weder nachts noch bei Regen unterwegs, sie fahren langsamer und bevorzugt Strecken, die sie kennen.

Der Verkehrspsychologe

Professor Dr. Bernhard Schlag, Verkehrspsychologe an der TU Dresden weist auch darauf hin, dass weniger das kalendarische Alter des Fahrers entscheidend sei, sondern das funktionale Alter. Das berücksichtigt neben der körperlichen auch die kognitive Leistungsfähigkeit sowie Faktoren wie die emotionale Befindlichkeit und das Selbstbild. Außerdem sieht Schlag noch einen weiteren Zusammenhang zwischen dem Fahrverhalten der Älteren und dem Unfallrisiko: Ältere fahren weniger und sind dadurch weniger routiniert als jüngere Vielfahrer. Außerdem fahren Sie weniger auf den (sichereren) Autobahnen, sondern mehr auf den fehler- und unfallträchtigeren Strecken in der Stadt.

Welche Leistung prüfen?

Eine Leistungsüberprüfung bei älteren Autorfahrern sieht Schlag auch kritisch, weil sich die Frage stelle, was man untersuchen solle. Statt dessen fordert er mehr präventive Maßnahmen – auch von jedem Einzelnen. Dazu gehören aus seiner Sicht auch Fortbildungs- und Trainingsangebote für Ältere. Ein entsprechendes Training kann auch helfen, für die besonderen Gefahren zu sensibilisieren und typische Fehler älterer Autofahrer zu vermeiden. Denn Ältere missachten eher die Vorfahrt, sie machen Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren und sie halten zu wenig Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern. Achten Sie mal selbst darauf.

Ihr persönliches Sicherheitsprogramm

Lassen Sie regelmäßig Ihre Sehstärke und Ihr Hörvermögen checken.

Achten Sie auf Ihre Tagesform.

Wenn Sie Medikamente nehmen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, worauf Sie beim Autofahren achten sollten.

Wenn Sie sicher sein wollen: Frischen Sie Ihre Kenntnisse in einer Fahrschule auf oder nehmen Sie an einem Fahrsicherheitstraining teil. Das gibt nicht nur Sicherheit, sondern macht auch noch richtig Spaß.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat ein Fahrsicherheitstraining entwickelt, bei dem die speziellen Probleme älterer Autofahrer im Vordergrund stehen.

Was halten Sie von einem TÜV für autofahrende Senioren? Nutzen Sie die Kommentarfunktion unter diesem Artikel.

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