Dr. Marion Steinbach

Verstehen Sie Arzt?

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01.08.2014 0

Sprechstunde (© Doc Rabe Media - fotolia)

© Doc Rabe Media - fotolia

Kommt Ihnen das bekannt vor: Ihr Arzt hat Ihnen wegen Ihrer Pollenallergie ein Nasenspray verschrieben. Daheim packen Sie es aus und entfalten den Beipackzettel: Mehrere eng bedruckte und klein beschriebene Seiten, nur unterbrochen von einigen hochkomplizierten Skizzen, wie das Sprayfläschchen in Gebrauch genommen werden soll, die ohne technischen Sachverstand kaum zu verstehen sind. Was tun Sie? Arbeiten Sie sich durch den Beipackzettel? Nehmen Sie das Medikament, ohne den Zettel gelesen zu haben? Recherchieren Sie im Internet oder legen Sie das Spray zur Seite und pfeifen auf Ihre Allergie?

Jeder Siebte versteht seinen Arzt nicht

Der kleine Trost: Sie sind mit diesen Erfahrungen nicht allein. Jeder Siebte gesetzlich Versicherte hat Schwierigkeiten, seinen Arzt zu verstehen. Und jeder Zehnte versteht die ärztlichen Empfehlungen zur Einnahme eines Medikaments nicht. Das hat eine Studie der AOK jetzt ergeben. Doch wer glaubt, auf anderem Wege die erforderlichen Informationen zu bekommen, wird enttäuscht. Auch die Informationen im Internet, in Broschüren oder in dem eben schon erwähnten Beipackzettel lassen ein Drittel der Befragten ratlos zurück.

Das ist nicht nur ärgerlich, sondern sogar gefährlich: Man kann die Medikamente nicht in der vorgeschriebenen Form nehmen oder womöglich keine Entscheidungen über die weitere Behandlung treffen, weil man keine verlässliche Grundlage hierzu hat.

Verständliche Informationen aus dem Netz

Während die einen fordern, dass die Bürger sich das Wissen aneignen müssten, sehen die anderen im medizinischen Kauderwelsch die Ursache für diesen Missstand. Egal ob man das eine oder das andere ändert: Es würde lange dauern. Wer vorher schon verstehen will, wie er seine Gesundheit bewahrt oder wiedererlangt, findet die Informationen auf manchen Internetseiten, die Medizinwissen für Patienten in eine verständliche Sprache übersetzen. Allerdings bergen solche Selbstdiagnosen auch wieder enorme Risiken. Wer im Internet sucht, sollte deshalb unbedingt auf Prüfsiegel achten, wie das des „Aktionsforums Gesundheitsinformationssystem“ (afgis) oder das Zertifikat „Geprüfte Homepage“ der Stiftung Gesundheit. Verlässliche Informationen hält auch die Seite Patientin-Information.de der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bereit. Einen besonderen Service bietet die Seite Washabich?. Die Seite ist spezialisiert auf die Übersetzung von ärztlichen Befunden. Ins Leben gerufen wurde sie von zwei Medizinstudenten. Mittlerweile übersetzen mehrere Hundert angehende Mediziner die Befunde der Ärzte und helfen so den Patienten, die richtige Entscheidung für ihre Gesundheit zu treffen.

Bei allem Eigenengagement sollten Sie aber unbedingt auch Ihren Arzt in die Pflicht nehmen: Fragen Sie ihn, bis Sie alles verstanden haben. Schließlich geht es um Ihre Gesundheit!

Haben Sie auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass Sie nach dem Arztbesuch nach Hause gekommen sind und gar nicht recht wussten, was Sie jetzt tun sollen? Schreiben Sie uns! Benutzen Sie hierzu die Kommentarfunktion. Wir freuen uns auf Ihre Mitteilung.

 

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