Dr. Marion Steinbach

Mit über 70 noch einen Hund? Ja, natürlich!

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01.04.2013 0

Seniorenpaar mit ihrem Hund in Natur (© bettina sampl - Fotolia.com)

© bettina sampl - Fotolia.com

„Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos“. Dieser Aussage von Heinz Rühmann werden alle Hundehalter aus vollem Herzen zustimmen. Einmal Hund – immer Hund. Was aber, wenn man mit über 70 plötzlich alleine da steht, weil der geliebte Vierbeiner  gestorben ist? Sollte man sich in dem Alter nochmals einen Hund zulegen? Viele ältere Menschen scheuen erst  einmal davor zurück, fragen sich, ob sie diese Verantwortung noch übernehmen wollen und können. Wir möchten Ihnen mit diesem Artikel Entscheidungshilfen an die Hand geben – und (Noch-)Nicht-Hundehaltern vielleicht den einen oder anderen Impuls zur Bereicherung ihres Lebens.

Mit 66 fängt das Leben erst an …

Eines vorweg: 70 Jahre ist heutzutage kein Alter. Denn der Statistik zufolge haben Sie mindestens  noch 10, 15, 20 Jahre vor sich, Jahre, in denen Sie Zeit haben, sich um eine Fellnase zu kümmern, weil berufliche und familiäre Pflichten wegfallen.  Ein Hund kann Ihnen zudem helfen, in der Rente die Zeiten sinnvoll zu gestalten, die nun mit neuen Inhalten und Aktivitäten gefüllt werden müssen. Er gibt Ihrem Tag wieder eine Struktur: Es gibt feste Zeiten für die Fütterung und fürs Spazierengehen, für die Fellpflege und fürs gemeinsame Spiel.  Auch die fehlenden Sozialkontakte können Sie durch den Hund ausgleichen. Denn schließlich treffen Sie beim Spaziergang andere Hundehalter, kommen ins Gespräch mit Passanten, die Sie auf Ihren vierbeinigen Begleiter ansprechen und knüpfen so ganz schnell neue Kontakte.

Gesundbleiben dank Hund

Überhaupt sind die Spaziergänge mit Hund eine Art Jungbrunnen – nicht nur durch die Kontakte zu anderen Menschen. Auch die Bewegung an der frischen Luft bei jedem Wetter tut gut, hält Herz und Kreislauf in Schwung, stärkt die Abwehrkräfte und hält fit. Die gemeinsamen Erlebnisse mit dem Vierbeiner machen fröhlich und bescheren sogar Glücksmomente. Auch das Streicheln des Hundes hat nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesundheit: Es beruhigt und senkt den Blutdruck. Chronisch Kranke sollen sogar weniger Medikamente brauchen, wenn sie ein Haustier haben.

Ganz nebenbei profitieren Sie von Ihrem aufmerksamen Mitbewohner, wenn Sie nicht mehr so gut hören: Er zeigt Ihnen deutlich, wenn es an Tür oder Telefon klingelt. Und ein Schutz ist er obendrein.

Seelentröster Fellschnauze

Ein Hund ist die beste Medizin gegen Trübsinn. Denn er tröstet allein durch seine Anwesenheit. So lassen sich selbst Schicksalsschläge besser überstehen. Wenn Sie allein leben, haben Sie in Ihrem Vierbeiner einen aufmerksamen und geduldigen Zuhörer. Sorgen und Nöte zu erzählen ist ein wichtiger Weg, um diese zu verarbeiten.

Was wird aus dem Hund, wenn …

… Sie ins Seniorenheim ziehen müssen? Auch das ist kein Problem, denn immer mehr Seniorenheime erlauben es, den Vierbeiner mitzubringen. Schon 87 Prozent der Einrichtungen erlauben die Haltung von Heimtieren – Tendenz steigend. Der Grund für diese neue Offentheit: Die Bewohner seien zufriedener, hätten mehr Lebensfreude, seien mobiler und kommunikativer. Und in der Tat: Durch den Hund knüpfen Sie viel schneller Kontakte in Ihrem neuen Lebensumfeld.

Welcher Hund passt zu mir?

Hund und Mensch müssen natürlich zueinander passen, damit sie harmonisch miteinander leben können. Daher sollten Sie sich fragen, welcher Vierbeiner  am besten zur eigenen Lebensgestaltung passt. Christine Menges, Tierärztin und Autorin des Buches „Jung bleiben mit Hund“ empfiehlt, nicht auf den Istzustand zu schauen, sondern zu überlegen, wie das eigene Leben wohl in zehn oder 15 Jahren aussehen wird. Vielleicht ist das Gehen dann noch beschwerlicher geworden, so dass die Runden im Park kürzer ausfallen müssen. Einem kleinen und dann ja auch schon älteren Hund macht das nicht so viel aus wie einem jungen Jagdhund. Vielleicht haben Sie in zehn Jahren auch nicht mehr so viel Kraft in den Armen. Die brauchen Sie aber unter Umständen für Ihren Vierbeiner, denn vielleicht ist er ja auch nicht mehr so gut auf den Pfoten. Einen kleinen Malteser von drei bis vier Kilo können Sie dann noch immer hochheben, einen 40-Kilo-Brocken von Labrador aber nicht mehr.

Weitere Vorteile eines kleinen Hundes: Er kann Sie nicht umreißen, selbst wenn er in jungen Jahren stürmisch ist. Er ist fast überall willkommen. Und: Wenn Sie auf dem Treppenlift fahren, können Sie ihn problemlos auf den Schoß nehmen.

Für alle, die jetzt mehr wissen wollen

Wollen auch Sie glücklicher und gesünder werden?  Dann führt kein Weg an einem vierbeinigen Begleiter vorbei. Ein sehr überzeugendes Plädoyer für ein Leben mit Hund auch im fortgeschrittenen Alter ist Christine Menges „Jung bleiben mit Hund“. Sie fordert: „Eigentlich müsste es einen Hund auf Krankenschein geben.“ In Ihrem „1×1 der Hundehaltung für Senioren“ erläutert sie, warum man sich besser eine Hündin als einen Rüden holen sollte und welche Rassen besonders geeignet sind. Außerdem gibt sie Tipps für den Kauf, die Vorbereitung auf den Einzug des neuen Familienmitglieds und einen reibungslosen Alltag.

Haben Sie ein Haustier? Berichten Sie uns von Ihrem Zusammenleben. Nutzen Sie die Kommentarfunktion. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

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