Dr. Marion Steinbach

Der Deutsche Alterspreis 2012: Ideen im Alter. Ideen fürs Alter.

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30.11.2012 0

Ehrenpreisträgerin Ursula Lehr, frühere Bundesgesundheitsministerin, und Henning Scherf (© Robert Bosch Stiftung, Foto: Manuel Frauendorf)

© Robert Bosch Stiftung, Foto: Manuel Frauendorf

Die Stadt Rödental und das Projekt JUSTAment sind die Gewinner des Deutschen Alterspreises 2012, der am 29.12.2012 verliehen wurde. Außerdem ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr, Gerontologin, ehemalige Bundesfamilienministerin und Vorsitzende der BAGSO für ihre Verdienste um die Altersforschung, die Initiierung des Altenberichts und als Vorbild für aktives Altern.

Mit dem Preis will die Robert-Bosch-Stiftung ein Zeichen der Anerkennung setzen und zeigen: Ältere Menschen heute sind geistig rege und hoch motiviert, die Gesellschaft zu gestalten, sich einzubringen und ihre Erfahrungen weiterzugeben. Dafür finden sie immer neue Wege und entwickeln kreative Ideen. Auch die für den Preis nominierten Projekte sollen Vorbild und Inspiration für andere sein, ebenfalls aktiv zu werden und sich im und für das Alter zu engagieren. Lassen Sie sich doch inspirieren. Die Projekte sind übertragbar und können auch in Ihrer Stadt umgesetzt werden. Wir stellen Ihnen die Nominierten und das Gewinnerprojekt vor.

Übrigens: Der Deutsche Alterspreis wurde 2012 erstmals verliehen und ist mit 120.000 Euro dotiert. Er geht zurück auf den Stifter Otto Mühlschlegel (1898–1995). Der Unternehmer aus dem Schwarzwald war schon weit über achtzig, als er und seine Frau Edith damit begannen, innovative Konzepte zu fördern, damit  ätere Menschen ein Leben lang in den eigenen vier Wänden leben können.

Die Gewinnerprojekte

Gewinner des Preises Ideen fürs Alter: Rödental im oberfränkischen Landkreis Coburg bereitet sich aktiv auf den demografischen Wandel vor. Das Ziel: Mit einfachen und innovativen Lösungen soll älteren und hochbetagten Menschen ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht werden. Das Angebot reicht von Ideen für seniorengerechte Wohnungen über Haushaltshilfen und Bewegungstrainings zuhause bis hin zur Aufstellung von Ruhebänken auf dem Weg zum Supermarkt, speziellem Muskel- und Krafttraining unter dem Dach des ansässigen Altenheims und Tagesbetreuungsangeboten für Menschen mit Demenz. In Rödental werde, so die Jury, die Idee einer sorgenden, fürsorglichen Gesellschaft vorbildlich umgesetzt.

Gewinner des Preises Ideen im Alter: 48 SeniorParter helfen in dem Schulprojekt JUSTAment jungen Menschen, die letzten Schuljahre und den Einstieg in die Berufswelt zu schaffen. In Workshops unterstützen sie die Gesamt-, Haupt- und Realschüler. Sie vermitteln Wissen, geben Berufs- und Lebenserfahrung weiter, helfen bei der Suche nach Praktikumsplätzen, trainieren Bewerbungen und sind Ansprechpartner bei Sorge und Nöten.

Die nominierten Projekte

Hilfe im Quartier: Im Mainzer Stadtteil Gonsenheim Gonsenheim leben rund 5.000 Menschen aus 80 Nationen. Viele davon ohne Arbeit und Perspektive. Der Stadtteiltreff Gonsenheim bietet ihnen Hilfe. Auch dank der ehrenamtlichen Unterstützung vieler älterer Menschen. Zum Angebot gehören Musikunterricht, die Betreuung von Kindern und die Arbeit für eine eigene Zeitung, die monatlich erscheint. So helfen die Älteren den Kindern und ihren Familien, haben selbst eine Aufgabe und sind geschützt vor sozialer Isolation.

Aupair mit „Reifezeugnis“: Mit Granny Aupair können sich auch Frauen jenseits der 50 ihren Traum erfüllen, für eine Zeit ins Ausland zu gehen und in eine andere Kultur einzutauchen. Die Agentur vermittelt Frauen über 50 in Gastfamilien und Sozialprojekte auf der ganzen Welt: Sie können ganz klassisch als Aupair helfen, als Gesellschafterin arbeiten oder sich in einem sozialen Projekt engagieren –  z.B. für ein Frauenprojekt in Nordindien, in einem Kinderheim in der Dominikanischen Republik, in einer Vorschule in Gambia oder als Gärtnerin in Namibia.

Mobile Werkstatt: Waschmaschine oder Kaffeemaschine defekt? Die 14 Ehrenamtler der Mobilen Werkstatt im Münchner Norden bringen Hilfe. Sie unterstützen mit ihrer mobilen Werkstatt Menschen, die nicht über die nötigen Kenntnisse und vor allem nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um Haushaltsgeräte zu reparieren oder neue anzuschaffen.

Mobil auch im Alter: Menschen, die nicht mehr so mobil sind, können im Stuttgarter Stadtteil einen ganz besonderen Service nutzen: Der Ortsbus vom Botnanger Bürgerverein bringt sie zum Einkaufen, zu den Behörden oder zu Freunden. Das Besondere daran: Der Bus wird allein von Ehrenamtlichen betrieben. Finanziert wird er über geringe Fahrgelder, Spenden und Sponsoring. An sechs Tagen die Woche steht er den Botnangern zur Verfügung. Haltestellen gibt es keine. Wer winkt, wird mitgenommen.

Schüler im Altersheim: Hinter dem poetischen Namen „Besuch im Anderland“ verbirgt sich ein Generationen verbindendes Projekt: Grundschüler besuchen Menschen mit Demenz im Altersheim.  Vor dem ersten Besuch werden die Kinder mit dem Krankheitsbild vertraut gemacht. Im Altersheim singen, malen und spielen sie mit den Demenzkranken. Während die Kranken so einige Stunden der Freude erleben, tragen die Kinder dazu bei, die Angst vor dem Tabu-Thema Alzheimer abzubauen.

Führungskräfte coachen Studierende: Die Senior Experten des Vereins „Aktivsenioren“ besitzen geballtes Wissen aus ihrer langjährigen Berufstätigkeit. Das geben sie im Rahmen des Projektes „Voneinander lernen“ an der Münchner Hochschule an BWL-Studenten weiter. Gemeinsam entwickeln Aktivsenioren und Studierende im Fach „Unternehmensgründung und -führung“ Geschäftsideen und arbeiten Businesspläne aus.

Fit bleiben: Die Initiative „Bewegungsnetzwerk 50plus“ animiert Ältere, sich sportlich zu betätigen. Denn, wer sich fit hält und regelmäßig Sport macht, kann länger selbstständig leben, noch alleine einkaufen und das Haus in Schuss halten. Im Netzwerk gibt es unterschiedliche Projekte, die sich an den verschiedenen Fitness- und Mobilitätsgraden orientieren.

Inlineskaten mit 60+? Warum denn nicht! Das Projekt „Fit ab 50? Fit bis 100!“ macht es vor. Spezielle Sportkurse führen Senioren an neue Sportarten heran. Hintergrund des Projekt, das auf Initiative des Fachbereichs Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg entstanden ist, ist die Überzeugung, dass Sport im Alter soll Spaß machen. Das ist eine Voraussetzung, um Mobilität bis ins hohe Alter zu erhalten und sogar zu erweitern.

 

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