Katja Nagel

Schwein gehabt – es geht auch ohne Fleisch

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15.03.2013 2

Schwein schaut über Zaun (© Lilifox - Fotolia.com)

© Lilifox - Fotolia.com

Als Vegetarier(in) werde ich oft belächelt und zähle zu einer „Randgruppe“. „Warum bist du Vegetarierin?“ werde ich oft gefragt. Dabei habe ich früher gerne und viel Fleisch gegessen. Wenn man sich genauer mit den Themen Fleischherstellung, -konsum und der Haltung der Tiere für die Fleischproduktion beschäftigt, vergeht dem einen oder anderen der Appetit, so auch mir. Die Recherche für diesen Artikel zeigt mir, dass ich mich vollkommen richtig entschieden habe, auf Fleisch zu verzichten.

Mittlerweile esse ich seit 2 Jahren kein Fleisch mehr und – „hey“, ich lebe noch. Mir geht es gut, ich war kaum krank in dieser Zeit und verhungert bin ich auch nicht. Es ist erstaunlich, wie viele tolle Alternativen es zu Fleisch gibt. Jeder größere Supermarkt bietet eine Vielfalt an „fleischlosen“ Produkten an, so dass man kaum auf irgendwas verzichten muss.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle ein paar Fakten nennen, warum ich kein Fleisch esse. Fangen wir bei der Massentierhaltung an, die jährlich wächst. Kühe stehen nicht mehr auf der Weide und fressen Gras, Hühner haben in ihren Käfigen den Platz von der Größe eines DIN-A4-Blatts.  Eine artgerechte Tierhaltung unserer Nutztiere ist schon lange Vergangenheit.

Es ist traurig, dass viele Menschen so viel Geld für Haustiere wie Hund und Katze ausgeben, im Gegenzug aber zulassen, dass Schweine und Hühner zur Massenware geworden sind. Dabei sind sie genauso intelligent und leidensfähig wie alle anderen Tiere. Wenn wir zu dem verpackten Fleisch für 1,99 € greifen, denken wir nicht darüber nach, unter welch erbärmlichen Bedingungen dieses Lebewesen gelebt hat.

Der Verbrauch von Fleisch ist in Deutschland von 70 Millionen Tonnen pro Jahr im Jahre 1960 auf derzeit 283 Millionen gestiegen. Im Durchschnitt isst jeder 90 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Gesund wären 12-24 Kilogramm laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Das Fleisch die Quelle von Eiweiß und B-Vitaminen ist, erweist sich als Mythos. Durch die heutige Züchtung und Fütterung haben Schweine viel weniger Fett auf den Rippen, dafür einen erhöhten Anteil an Wasser. Lebensmittel wie Quark, Kartoffeln, Eier und Soja versorgen uns mit Eiweißen, die dem Fleisch sehr ähneln und die unser Stoffwechsel sogar besser verwerten kann. Zu dem ist auch bekannt, dass zu viel Fleischkonsum Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck fördert. An dieser Stelle ein kleiner Appell für die Rückkehr zum „SONNTAGSBRATEN“. Es käme nicht nur der Gesundheit, der Umwelt und der Lebensmittelsicherheit zugute, sondern auch dem Wohlergehen der Tiere. Fleisch sollte etwas Besonderes sein und kein Massenartikel.

Liebe Leserinnen und Leser, ich möchte Ihnen mit meinem Artikel nicht den Appetit auf einen leckeren Braten verderben, sondern zum Nachdenken anregen, damit wir beim nächsten Einkauf bewusster ins Kühlregal greifen.

 

Quellenangaben:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-01/fleischkonsum-sonntagsbraten/seite-2

http://www.gutenahrung.de/

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/vegetarismus-brauchen-wir-eigentlich-noch-fleisch-a-871217.html

http://www.bllv.de/Fleischkounsum-Deutschland.5302.0.html?&no_cache=1&sword_list%5B0%5D=fleischkonsum

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fleischatlas-report-zeigt-globalen-fleisch-konsum-a-876756.html

http://www.welt.de/politik/deutschland/article112668388/Die-ungehemmte-Fleischlust-der-Deutschen.html

http://www.taz.de/Fleischkonsum-der-Deutschen/!108781/

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/news/fleischkonsum-deutsche-essen-im-leben-mehr-als-1000-tiere_aid_670193.html

 

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Kommentare

von Rupsi am 17.07.2013

Da gebe ich Ihnen vollkommen recht, da herrscht ein mächtiger Zwiespalt. Einerseits liebt man Haustiere über alles und lässt zu, dass andere gleichwertige Tiere unwürdig vermarktet werden. Ich persönlich finde ja auch den Fleischkonsum zu hoch und es ärgert umso mehr, dass von den aufgeführten Mengen ca ein Drittel weggeworfen wird. Tausende Schweine, Hühner und Rinder werden umsonst gequält und getötet. Der Sonntagsbraten, wie sie es nennen, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung, ich würde noch eine drastische Preiserhöhung vorschlagen, damit es etwas Besonderes bleibt, wenn man in den Genuss von Fleisch kommen will, für welches ein Tier, ein Lebewesen geschlachtet wurde.

von barbara am 14.05.2013

Das stimmt! Mit Schweinen geht man nicht besonders zimperlich um. Schweine sind sogar nachgewiesenerweise intelligenter als unsere Lieblingshaustiere wie Katzen und Hunde. Es tut gut, kritisch auf unseren Fleischkonsum hinzuweisen. Man kann es in Zeiten von Fast Food und Co nicht oft genug machen. Danke!