Sabine Klöcker

Leben im Generationenhaus … ein Erfahrungsbericht

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27.08.2012 2

Als ich mit Anfang 20 auszog, um mein Leben nach meinen Vorstellungen zu leben, habe ich mir wenig Gedanken darüber gemacht, was in ein paar Jahren sein würde. Spaß und Freiheit standen im Vordergrund. Ich hatte meinen Job und die erste eigene Wohnung. Herrlich! Ich konnte tun und lassen, was ich wollte. Denn bis dahin hatte ich in einem „Generationenhaus“ gelebt: Meine Eltern Ende vierzig,  Anfang fünfzig, wohnten mit meiner Oma in einem Haus. Damals hab ich gedacht, nein – das tust du dir niemals an.

Die Mühen des gemeinsamen Lebens

Denn: Manchmal waren es Kleinigkeiten, die den Alltag aus meiner Sicht anstrengend  gestalteten. Das Gerede darüber,  was gekocht wurde, welche Blumen im Garten gepflanzt wurden. Auch, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden mussten, wurden alle Familienmitglieder um ihre Meinung  gefragt. Als Kind und Jugendliche fand ich das endlos langweilig und überflüssig. Die Vorteile des Zusammenlebens habe ich damals nicht erkannt.

Die Besonderheiten des Lebens mit mehreren Generationen waren für mich zwar so manches Mal nervig, aber trotzdem „normal“ und selbstverständlich. In meinem Freundeskreis jedoch wurde dieses Lebens- und Wohnmodell oft belächelt. Keiner meiner Freunde kannte so ein Zusammenleben. Und keiner konnte es sich vorstellen. Die Eltern meiner Freunde hatten ihre eigenen Wohnungen oder Häuser, konnten tun und lassen was sie wollten. Zur Oma ging es sonntags zum Nachmittagskaffee. Das Zusammenleben mit mehreren Generationen im Haus erschien altmodisch.

Wechsel der Lebens- und Wohnmodelle

Jetzt,  15 Jahre später, hat sich viel verändert: Immer wieder höre ich im Rahmen meiner Arbeit im InteressentenService, dass  sich die Kinder entschlossen haben, die Eltern zu sich zu nehmen oder selbst ins Elternhaus zu ziehen. Das Thema Generationenhaus scheint aktueller denn je! Und in der Tat: Freunde, die mich früher aufgezogen haben, wohnen nun mit den Eltern oder einem Elternteil zusammen. Und auch ich habe mich vor ein paar Jahren zu diesem Schritt entschlossen.

Zeitgemäß statt altmodisch

Alter, Krankheit, private und berufliche Umstände führen oftmals wieder dazu, dass  mehrere Generationen in einem  Haus zusammenleben. Man hilft sich wie „früher“ gegenseitig – beim  Kinderhüten, beim Haushalt, beim Versorgen oder Pflegen von Familienmitgliedern. Dank moderner Technik ist ein Zusammenleben mehrerer Generationen wesentlich attraktiver und einfacher geworden. Die Lebensumstände und Wohnverhältnisse sind komfortabler. Wo früher Haus und Hof veräußert wurden, um das Pflegeheim bezahlen zu können, greifen heutzutage viele Menschen auf Hilfsmittel wie den Treppenlift zurück.  Er macht es möglich, weiterhin seinen Freundeskreis zu pflegen und trotz Alter oder bei Krankheit in der gewohnten Umgebung zu bleiben.

Wenn es cool ist, mit den Großeltern zu leben

Beim gemeinsamen Leben ist das Haus für Jung  und Alt mit Leben gefüllt und wird mit moderner Technik angenehm ausgestattet. Denn auch wenn der Körper nicht mehr so möchte –  den Umgang mit körperlichen Handicaps kann man dank moderner Hilfsmittel erleichtern. Und durch das Zusammenleben mit mehreren Generationen werden auch Seele und Geist auf Trab gehalten.

Heutzutage finden Jugendliche es „cool“, wenn die Großeltern mit im Haus leben. Sie finden es auch klasse, wenn ein „Treppen-Flitzer“ im Haus ist. Die Vorteile werden klar gesehen und das ist gut so! Auch ich habe nach all den Jahren erkannt, wie wichtig es für Kinder ist, dass sie das gemeinsame Leben erfahren. Dass sie erleben, wie man Rücksicht aufeinander nehmen muss und sich gegenseitig hilft! Auch wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gibt – betrachtet man das Gesamtbild, so lag man früher mit dieser Lebensweise  ganz richtig.

 

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Kommentare

von Janina am 13.02.2014

Generationen-übergreifende Projekte sind immer super! 🙂
In Leipzig gab’s letztes Jahr ein schönes Projekt, wo junge und alte Menschen zusammen einen Chor gebildet haben, hab ich gelesen: {Link entfernt}
Das macht die Alten aktiv und stärkt den Respekt der Jungen vorm Alter. Bei Generationenhäusern geht das natürlich noch besser. Schön, dass sich das offenbar immer mehr durchsetzt 🙂
Grüße von Janina

von sabine maaß am 03.01.2013

hallo 🙂
sehr schön geschriebene argumente.
erfreut das lesen.
lg sabine aus dem umkreis von borken