Michael Rosenberger

Wer hat an der Uhr gedreht? Schon steht die Sommerzeit vor der Tür!

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27.03.2015 0

shutterstock_246500044_LIF_Blog (© Stephanie Frey - shutterstock.com)

© Stephanie Frey - shutterstock.com

An diesem Wochenende – von Samstag auf Sonntag – ist es wieder soweit: Die Uhren werden von Winter- auf Sommerzeit umgestellt. Und wie in jedem Jahr fragen wir uns: Wird die Uhr jetzt eine Stunde vor- oder zurückgestellt? Es ist immer dasselbe. Dabei kann man sich diesen Sachverhalt ganz einfach mit einer schönen Eselsbrücke merken:

Im Frühjahr werden die Stühle der Cafés vor die Türen gestellt. Die Uhren werden also für die Sommerzeit eine Stunde vorgestellt. Im Herbst stellt man die Stühle wieder zurück in die Häuser, was bedeutet, dass die Uhren zur Winterzeit eine Stunde zurückgestellt werden.

Demnach stellen wir die Uhren in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Stunde vor – und zwar von 2:00 auf 3:00 Uhr.

Doch seit wann gibt es die Zeitumstellung in Deutschland und was sind die Vor- und Nachteile? Die jetzt gültige Zeitumstellung von der Winterzeit – unserer eigentlichen Normalzeit – zur Sommerzeit wurde im Jahr 1980 eingeführt. Der Grundgedanke dieser Regelung war es, durch eine bessere Nutzung des Tageslichts Energie sparen zu können. Die englischsprachige Bezeichnung für Zeitumstellung „Daylight Saving Time“ beschreibt diesen Zweck der Maßnahme.

Erstmals eingeführt wurde die Zeitumstellung in Deutschland bereits im Jahr 1916. Drei Wochen später folgten Großbritannien und Irland. Doch schon 1919, zu Beginn der Weimarer Republik, wurde sie wieder abgeschafft. Es folgte zu Kriegsbeginn eine erneute Einführung, die 1950 wieder rückgängig gemacht wurde. Bis 1979 blieben die Uhren dann von jeglicher Umstellung verschont.

Seit ihrer erneuten Einführung 1980 wird jedoch über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung diskutiert. Auch wenn laut Bundesumweltamt während der Sommerzeit abends elektrisches Licht gespart wird, steigen die Heizkosten tatsächlich sogar an, da in den kühlen Monaten (März, April und Oktober) früh morgens dafür mehr geheizt wird.

Die Liste der Gegenargumente ist lang. Mittlerweile lehnen 73 % der Deutschen die Umstellung ab. Neben der jährlichen allgemeinen Verwirrung, die eine falsche Zeiteinstellung zur Folge haben kann und damit so manchen zu spät ins Büro kommen lässt, gibt es handfeste medizinische Gründe dagegen. Unser Immunsystem gerät aus dem Rhythmus, da es einem exakten Tages- und Nachtwechsel folgt. Wir werden damit anfälliger für Infekte und Erkältungen. Es gibt sogar ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. In den Ambulanzen versammeln sich mehr Patienten mit Herzbeschwerden, besonders Frauen und Ältere. Die fehlende Stunde lässt viele Menschen schneller müde und unkonzentriert werden.

Und auch die Tierwelt bleibt nicht verschont. Da durch die Umstellung früh morgens mehr Autos unterwegs sind, kommt es häufiger zu Wildunfällen mit Rehen und Wildschweinen, die genau dann in der morgendlichen Dämmerung nach Nahrung suchen.

Der ursprünglich gute Gedanke des Sparens von Energie ist durch die vielen „Nebenwirkungen“ damit wohl von der Realität eingeholt worden. Doch immerhin: Ab kommendem Sonntag können wir alle eine abendliche Stunde länger die Sonne genießen. Und das tut sicherlich jedem gut.

 

 

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