Martina Hilgers

Der Gymnicher Ritt 2015 – ein Mitarbeiterbeitrag zu einer ganz persönlichen Erfahrung

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29.05.2015 0

Patrick Krausen

Jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt wird in der kleinen Gemeinde Gymnich bei Köln ein alter Brauch zelebriert: der Gymnicher Ritt, eine Reiter- und Fuß-Prozession.

Der Brauch ist im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt und so war auch in diesem Jahr wieder das kleine Örtchen Ziel vieler Pilger und Schaulustiger. Dieses Jahr hatte ich es, zusammen mit zwei Freundinnen, endlich geschafft, an dem Ereignis teilzunehmen.

Die Prozession

Es ging bereits am frühen Morgen mit der Morgenmesse in der alten Gymnicher Kirche los. Danach wurde die Prozession formiert: vorweg drei Reiter, welche die Gläubigen der Fußprozession im Schritt anführten. Der Pilgerweg selbst war rund 12 Kilometer lang und führte um die Gemarkung Gymnich. Parallel startete die Reiterprozession an einer anderen Stelle, um die Schlossstandarte abzuholen. Viele Zuschauer säumten unterwegs unseren Weg und schauten gebannt zu, als wir mit unseren Gebeten vorbeizogen.

Kurz vor der Beendigung unseres Fußmarsches nach ca. dreieinhalb Stunden schlossen die Reiter, welche nach der Fußpilgermesse auf dem Rittplatz neben der Kirche ihre eigene Reitermesse hielten, auf. So zogen wir wieder in den Ort ein: als erstes der Pfarrer mit den Messdienern, dann die Kommunionskinder, die Fußpilger und zum Schluss die zum Teil geschmückten Pferde mit ihren Reitern und Kutschen. In diesem Jahr waren es 322 Fußpilger und 187 Reiter sowie drei Kutschen.

Zusammen mit den Fußpilgern zog die Prozession später zurück zum Ritt-Altar, wo gegen 13 Uhr der Schlusssegen erteilt wurde.

Eine alte Tradition

Doch wie ist der Brauch entstanden? Während des Kreuzzuges von Damniette, wo auch der gläubige Ritter Arnold I. von Gymnich mitritt, gerieten die Ritter während der Flucht vor den Syrern in ein Sumpfgebiet. Viele Ritter starben und auch das Pferd von Ritter Arnold drohte zu versinken, da es schwer mit Kriegsbeute beladen war.

Arnold schickte ein Gebet mit dem Gelöbnis gen Himmel, falls Gott ihn errette, würde er jedes Jahr mit seinen Männern zu Christi Himmelfahrt eine Prozession über die Flure seiner Heimatstadt Gymnich halten, und seine Nachfahren sollten es ebenso halten bis in alle Zeit.

Da flog ein Sumpfhuhn aus dem Sumpf hoch und das Pferd erschrak sich derart, dass es mit einem Satz auf festem Boden stand.

Das Gelöbnis wird nun seit 800 Jahren aufrecht erhalten. Umso mehr freut es mich, dass ich in diesem Jahr Teil einer so alten Tradition sein durfte. Es war ein tiefgreifendes Erlebnis für mich und trotz meines Muskelkaters werde ich nächstes Jahr wieder teilnehmen.

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