Martina Hilgers

Ehrenamtliche Betreuung von Familienmitgliedern

  • Diese Seite bei Facebook empfehlen
  • Diese Seite bei Twitter empfehlen
  • Diese Seite bei Google+ empfehlen

16.09.2013 0

Du bist unbezahlbar (© Vielfalt21 - Fotolia.com)

© Vielfalt21 - Fotolia.com

Seit knapp zwei Jahren betreue ich nun meine Mutter zu Hause. Es ist nicht immer leicht, aber eine gute Gelegenheit etwas von der Fürsorge zurückzugeben, die ich als Kind von ihr erhalten habe.

Nach dem Tod meines Stiefvaters lebte meine Mutter einige Jahre allein im Bergischen Land. Doch mit zunehmendem Alter wurden die gesundheitlichen Probleme größer. Die Frage nach einer Betreuung, einer helfenden und unterstützenden Hand, stand nun im Raum. Diese sollte sich nicht nur um die gesundheitlichen Belange, sondern auch um alle andere Besorgungen kümmern.

Eine gute Freundin meiner Mutter kannte aus ihrer Hospizarbeit einen Betreuer, welcher ehrenamtlich tätig war. Da bereits eine Vertrauensbasis bestand, betreute dieser meine Mutter einige Zeit. Allmählich merkte ich jedoch, dass sie trotz dieser Betreuung immer mehr vereinsamte. Da wir beide mit der damaligen Situation nicht glücklich waren, holte ich sie zu mir in den Ort.

Seit dem sind knapp zwei Jahre vergangen. Inzwischen werde ich durch einen bestellten Betreuer unterstützt, z.B. während ich bei Lifta arbeite. Einfach ist es nicht und zu tun gibt es immer viel: Von der Begleitung zum Arzt und der wöchentlichen Medikamentenplanung, über die Organisation der Physio-Termine bis hin zur Sicherstellung der häuslichen Fürsorge ist alles vertreten. Und das erfordert vor allem viel Zeit und Geduld.

Völlig unterschätzt wird jedoch der menschliche Faktor einer Betreuung: Sich als älterer Mensch von einem Jüngeren etwas sagen zu lassen, ist schon schwer. Wenn es sich dann jedoch um Mutter und Tochter handelt, ist es noch schwerer. War es doch früher genau umgekehrt – die Mutter sagte dem Kind was es zu befolgen hatte.

Oftmals gehen unsere Vorstellungen von Betreuung deshalb weit auseinander. Dies hat zur Folge, dass kleinere aber auch größere Reibereien entstehen. Mit viel Fingerspitzengefühl und im Gespräch lassen sie sich aber Gott sei Dank immer wieder aus der Welt schaffen.

Und dann freue ich mich, meiner Mutter etwas zurückgeben zu können und für sie da zu sein.

Es interessiert mich sehr, welche Erfahrungen Sie mit der Fürsorge von Angehörigen haben! Oder sorgen Sie ehrenamtlich für die Betreuung eines auf Hilfe angewiesenen Menschen? Berichten Sie uns und unseren Lesern und nutzen Sie dazu die Kommentarfunktion.

 

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 3.8/6 (6 Bewertungen insgesamt)
Ehrenamtliche Betreuung von Familienmitgliedern , 3.8 out of 6 based on 6 ratings
  • Diese Seite bei Facebook empfehlen
  • Diese Seite bei Twitter empfehlen
  • Diese Seite bei Google+ empfehlen

Schreiben Sie einen Kommetar


Die mit * gekennzeichneten Felder sind erforderlich.