Daniel Müller

Roboter macht älter: Moderne Unternehmen bereiten sich auf demografischen Wandel vor

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14.08.2015 0

lächelnde ältere dame am arbeitsplatz (© Contrastwerkstatt - Fotolia.com)

© Contrastwerkstatt - Fotolia.com

Wir leben heute in einer Arbeitswelt, die stark vom demografischen Wandel beeinflusst ist. Wir leben gesünder und länger, allerdings arbeiten wir auch länger. Eine weitere Beobachtung lautet: Die älter werdende Gesellschaft hat zur Folge, dass immer weniger junge Arbeitskräfte nachrücken und der Altersdurchschnitt in Unternehmen ansteigt. Das haben viele Unternehmen erkannt und stellen sich auf diese Entwicklung ein – mithilfe von spannenden wissenschaftlichen Messmethoden wie einem Roboter, der die Erfahrung des Alterns vermittelt. Später mehr dazu.

Aus Sicht der Arbeitswissenschaftler bieten ältere Arbeitnehmer übrigens viele Vorteile: Sie tragen mit ihren umfassenden fachlichen Kompetenzen, langjährigen Erfahrungen und einer hohen Sozialkompetenz (Zuverlässigkeit, Gelassenheit) nachhaltig zum Unternehmenserfolg bei.

Der positive Effekt

Doch zu diesem Erfolg gehören alternsgerechte Arbeitsplätze, die nach Faktoren wie Arbeitszeit und -schwere, Haltungs- und Bewegungsform gestaltet sind. Nur, wie können Unternehmen feststellen, ob die eigenen Arbeitsplätze die Anforderungen erfüllen? Die Technische Universität Chemnitz ist dieser Frage nachgegangen und kommt zu einer klaren Aussage: Bieten Arbeitgeber einen alternsgerechten Arbeitsplatz an, kümmern sie sich darum, dass Mitarbeiter von heute auch morgen effizient bleiben und gesund sind. Und das hat einen positiven Effekt auf die gesamte Belegschaft: Denn was heute für einen 65-Jährigen gut ist, zahlt sich ebenso für 35- und 45-Jährige aus.

Nehmen wir das konkrete Beispiel Fertigung und Logistik. Ein großer deutscher Automobil-Hersteller bezieht seit einigen Jahren die eigenen Mitarbeiter frühzeitig in die Planung einer Anlage ein. Die neue Fertigung setzt der Betrieb dann nach ergonomischen Erkenntnissen um – zum Beispiel mit flexibel einstellbaren Griffhöhen für die Mitarbeiter. Flankierend schult eine Physiotherapeutin die Mitarbeiter zu spannenden Themen wie „Bewegung und Ernährung“ und trainiert mit ihnen altersgemäß im Fitnessraum.

Kurz mal älter sein

Wie sich ein 65-jähriger Mensch in seinem Körper fühlt, haben Forscher der TU Chemnitz beeindruckend nachgestellt. Mit dem Roboter MAX (kurz für „modularer Alterssimulationsanzug“) simulieren sie, wie ein älterer Körper seine Umgebung wahrnimmt. Dafür schicken sie ihre Probanden kurz in die eigene Zukunft: Diese ziehen den Simulationsanzug an und gehen dann ihrer gewohnten Arbeit im Unternehmen nach – mit simulierten Einschränkungen in den Bereichen Seh-, Fühl- und Hörvermögen sowie Kraft und Beweglichkeit.

Abgeleitet aus diesen Versuchen haben die Forscher sogar einen Test entwickelt: Mit diesem können moderne Unternehmen ihre bestehenden Arbeitsplätze auf alternsgerechte Gestaltung überprüfen und sich auf den demografischen Wandel einstellen.

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