Mein Olympia – Teil 1: Große Geschichte und kleine Geschichten

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27.07.2012 2

Johnny WeissmüllerOlympischer Ruhm währt ewig. Bis heute kennt die Welt den Namen von Koroibos von Eris, der vor 2.788 Jahren den Stadionlauf gewann, und die Namen aller siegreichen Olympioniken nach ihm. Auch im Schatzkästlein unserer persönlichen Erinnerungen finden sich so manche Sternstunden des Sports. Diese Momente bleiben uns für immer im Gedächtnis, obwohl wir sie bestenfalls als Fernsehzuschauer erlebten. Die Höchstleistungen der Gattung Mensch faszinieren uns immer wieder aufs Neue – wie die des späteren Tarzan-Darstellers Johnny Weissmüller, der als erster Mensch die 100 m unter 1:00 Minute schwamm oder von Armin Hary, dem Olympiasieger von Rom 1960, der als erster 100 m in 10,0 Sekunden lief.

Unter den großen Momenten, die vor unserem inneren Auge vorüberziehen, gibt es einige, an die sich wohl fast alle erinnern. So bleibt das Olympische Springreiten 1956 in Stockholm für die meisten Zeitzeugen unvergesslich. Um die deutsche Equipe nicht aus der Wertung zu nehmen ging Hans Günter Winkler trotz einer schweren Verletzung an den Start. Wegen starker Betäubungsmittel hing der Reiter halb bewusstlos und fast völlig bewegungsunfähig im Sattel. Dann kam der Auftritt der Wunderstute Halla. Ohne Zutun des Reiters überwand sie selbständig jedes Hindernis und meisterte den Parcours als einziges Pferd fehlerfrei. Gold für Deutschland. Gold für Hans Günter Winkler.

Jesse Owens, © Bundesarchiv, Bild 183-R96374 / CC-BY-SA

Jesse Owens, © Bundesarchiv,
Bild 183-R96374 / CC-BY-SA

Glaubt man der Statistik, befinden sich auch unter unseren Kunden zwei oder drei ehemalige Olympiateilnehmer. Ihre persönlichen Erlebnisse im Schein des Olympischen Feuers interessieren uns brennend. Schreiben Sie uns von Ihrem Start bei den Spielen. Oder berichten Sie uns von den kleinen Anekdoten am Rande der Spiele. Sie haben als kleiner Bub in Berlin Jesse Owens in der Bäckerei Ihrer Eltern gesehen? Sie haben als Reporter aus der Höhenluft Mexicos von Bob Beamons Fabelweltrekord berichtet? Gold-Rosi die Hand geschüttelt? Sie waren Hostesse bei den Spielen in München und haben mit Silvia Sommerlath den Dienst getauscht? Oder Sie waren im Stadion, als ein Münchner Schüler vor dem angekündigten Marathonsieger ins Stadion einlief, um sich von 80.000 Zuschauern feiern zu lassen? Dann freuen wir uns, hier in unserem Blog alles darüber zu lesen.

 

 

Teil 2 dieses Artikel erscheint am 03.08.2012 hier im Lifta Blog.

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Kommentare

von Horst Rödel am 02.08.2012

Sehr geehrter Herr Pöttinger,

die Angaben in Ihrem Bericht entsprechen der offiziellen Geschichtsschreibung, wonach Armin Hary den Hundert-Meter-Lauf zum ersten Mal 1960 in 10,0 Sekunden absolvierte, beim traditionellen Leichtathletik-Fest im Züricher Letzigrund-Stadion, um genau zu sein. Jedoch war ich schon zwei Jahre zuvor selbst Augenzeuge, als es dem ersten Menschen gelang, die Sprintstrecke in dieser Fabelzeit zu laufen. Auch in diesem Fall war es Armin Hary, der bereits am 6. September 1958 die magische Marke von 10,0 Sekunden erreichte. In meiner Heimatstadt Friedrichshafen am Bodensee kann Ihnen das jeder Angehörige meiner Generation bezeugen. Denn dort trat Armin Hary bei einem Leichtathletik-Fest an, dass zur Einweihung der neuen Aschenbahn in unserem Zeppelinstadion veranstaltet wurde.

Nach einem Fehlstart kam Armin Hary beim zweiten Anlauf richtig auf Touren. Mit den 10,3 Sekunden, die er gelaufen war, wollte er sich aber nicht zufrieden geben. Er wollte noch einmal antreten! Und so standen etwa eine Stunde später die Sprinter erneut an der Startlinie. Gleich der erste Start glückte, und Armin Hary „fraß sich förmlich in die rote Aschenbahn“, wie der Sportberichterstatter Armin Strobel damals beobachtete und schrieb. „Die Spannung unter den Athleten, Schiedsrichtern und den 1500 Zuschauern kannte danach keine Grenzen. Sie entlud sich in einem minutenlangen Jubel, als der Sprecher nach dem Vorbescheid der Zeitnehmer an die Aktiven die nackte Wahrheit enthüllte und bekannt gab, dass Armin Hary als erster Mensch die 100 Meter in genau 10,0 Sekunden durcheilt hatte.“ Die Sensationsnachricht ging bereits um die Welt, als die Euphorie über die „Fabelzeit“ des jungen Deutschen einen Dämpfer erhielt. Ein „vorläufiges Überprüfungsergebnis“ der Bahn ergab, dass diese zwar 20 cm zu lang war, aber ein Gefälle aufwies, das 1 cm zu hoch war. Damit galt die Bahn 4, auf der Armin Hary gelaufen war, nicht als offiziell zugelassene Bahn für die Aufstellung eines Weltrekords. Dennoch war es das erste Mal, dass ein Mensch 100 Meter in 10 Sekunden lief. Für mich und alle anderen, die an diesem Abend dabei waren, bleibt das eine unvergessliche Sternstunde.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Horst Rödel

    von Josef Poettinger am 03.08.2012

    Sehr geehrter Herr Rödel,

    vielen Lieben Dank für Ihre Erfahrungen und Ergänzungen.
    Es freut mich sehr, wenn Ihnen als „Augenzeuge“ der Artikel gefallen hat!

    Herzliche Grüße
    Josef Poettinger