Dr. Marion Steinbach

1. Oktober 2014 – Internationaler Tag der älteren Generation

  • Diese Seite bei Facebook empfehlen
  • Diese Seite bei Twitter empfehlen
  • Diese Seite bei Google+ empfehlen

01.10.2014 0

141001 (© photocrew-fotolia)

© photocrew-fotolia

1990 erklärten die Vereinten Nationen den 01. Oktober zum „Internationalen Tag der älteren Generation“. Besonders an diesem Tag sollen die Mitmenschen auf die Herausforderungen und Belange älterer Menschen aufmerksam gemacht werden und Generationen verbunden werden. In Deutschland gibt es einige positive Beispiele, wie die Gesellschaft nicht nur am 1. Oktober auf die Bedürfnisse der älteren Mitbürger eingeht. Wir stellen Ihnen heute ein gelungenes Beispiel vor, das zum Nachmachen einlädt:

Tagestöchter – liebevolle Betreuer und Hilfe im Alltag

Der Name „Tagestöchter“ erinnert bewusst an Tagesmütter. Während die sich um die Kinder kümmern, betreuen die Tagestöchter ältere Menschen, wenn keine Verwandten oder Freunde zur Stelle sind. Sie begleiten sie zum Arzt oder auf Spaziergängen, sie helfen im Haushalt, lesen aus der Zeitung vor oder hören einfach nur zu.
Wie intensiv dies geschieht, legen die Senioren individuell fest. Dem einen reicht es, wenn die Tagestochter nur für einige Stunden in der Woche vorbei kommt, der andere möchte, dass sie jeden Tag vorbeischaut.

Betreuung mit Familienanschluss

Das Besondere an dem Modell: Die Senioren müssen sich nicht immer an neue Gesichter gewöhnen. Denn es kommt immer die gleicher Tagestochter zu ihnen. Und noch eine Besonderheit kennzeichnet das Betreuungsmodell: Auf Wunsch können die Senioren auch bei ihren Tagestöchern zuhause betreut werden.

Menschlich passende Betreuung

Bei der Betreuung ist es wichtig, dass die Chemie stimmt und sich die beiden gut verstehen. Deshalb lernen sich die Tagestochter und der Senior erst einmal unverbindlich kennen, bevor es losgeht. „Wir schauen natürlich, dass die beiden zueinander passen“, erklärt Birgit Greineck, die Initiatorin des Projekts. Von der menschlichen Seite und im Hinblick auf das Profil und die Anforderungen. Für die Idee zu diesem Projekt erhielt sie den Preis Dienstleister des Jahres 2010 in Baden-Württemberg.

Persönliche Eignung & Lebenserfahrung

Um Tagestochter zu werden, braucht man keine Qualifikation wie beispielsweise eine Pflegeausbildung. Allerdings gibt es ein speziell für diese Aufgaben entwickeltes Eignungsverfahren. Außerdem spielt natürlich die Lebenserfahrung und die körperliche Fitness der Kandidatinnen eine wichtige Rolle: „Wer Kinder großgezogen und Eltern gepflegt hat, besitzt Erfahrungen, die hilfreich sind“, sagt Birgit Greinick. Das ist wichtig, damit die Tagestochter auch kleinere pflegerische Tätigkeiten übernehmen kann, wenn dies erforderlich ist. Zusätzlich können die Bewerberinnen aber auch eine Qualifizierung oder Schulung erhalten, damit sie sich sicher fühlen.

Finanzierung durch Pflegekasse

Im Vordergrund der Tagestöchter steht die Aufgabe, das Alleinsein liebevoll und sinnvoll zu unterbrechen. Allerdings kann bei einer entsprechenden Einstufung in eine Pflegestufe die Leistung auch für eine Tagestochter als ergänzende Hilfe über die Pflegekasse abgerechnet werden. Betreuen die eigenen Kinder oder Verwandten den Angehörigen und brauchen sie eine Auszeit, können sie ebenfalls die Tagestöchter engagieren. In diesem Fall werden die Kosten durch die  Verhinderungspflege beglichen.

Bundesweites Konzept

Noch gibt es die Tagestöchter nur rund um Reutlingen. Allerdings wird das Modell in Kürze auf das Bundesgebiet ausgeweitet. Dann werden auch in anderen Regionen Tagestöchter älteren Menschen helfen, ihren Alltag zu bewältigen, ihnen das Alleinsein angenehm machen und „neue Zuhörer für alte Geschichten“ sein.

Wir finden den Ansatz sehr gelungen und wünschen uns, dass die Generationen nicht nur heute immer mehr zusammen finden.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 3.3/6 (3 Bewertungen insgesamt)
1. Oktober 2014 - Internationaler Tag der älteren Generation, 3.3 out of 6 based on 3 ratings
  • Diese Seite bei Facebook empfehlen
  • Diese Seite bei Twitter empfehlen
  • Diese Seite bei Google+ empfehlen

Schreiben Sie einen Kommetar


Die mit * gekennzeichneten Felder sind erforderlich.